Verfolgt, aber nicht verlassen

»Er [der HERR] vergisst das Schreien der Elenden nicht.« Psalm 9,13

Die Macht des Gebets

Wir sind davon überzeugt, dass die Menschen, die in dieser Welt am meisten für den Herrn getan haben, Menschen des Gebets sind. Satan fürchtet sich vor ihnen; er fürchtet sich vor betenden Predigern, vor Gemeinden des Gebets, vor Christen, die unter Gebet Gottes Wort studieren, vor der Missionsarbeit, die von Gebet begleitet wird. Er fürchtet sich davor, weil er vor dem Gott zittert, den sie um Gnade und Segen anrufen. 

Wenn Gott Gebete erhört und durch Sein Wort und Seinen Geist tiefgreifende Verwandlung und Wachstum schenkt, kann Satan nichts dagegen ausrichten. Wenn Gott Sünder den Ketten Satans entreißt, sie aus der Macht der Finsternis befreit und sie in Sein Reich versetzt, dann ist Satan machtlos. 

Jesus Christus hat ihn am Kreuz besiegt und ihm die Macht entrissen. Satan ist gebunden, seitdem Christus am Kreuz ausrief: »Es ist vollbracht!«, seitdem Er starb und dann siegreich aus den Toten auferstand. Als Kinder Gottes stehen wir auf der Seite des Siegers. Unsere größte Kraft ist in Ihm begründet. 

Im Vertrauen auf unseren gekreuzigten und auferstandenen Herrn verkündigen wir das Evangelium, und im selben Vertrauen harren unsere Geschwister in Afghanistan, die sich in völlig anderen Umständen befinden, aus – begleitet von unzähligen Gebeten ihrer Geschwister.

Wie sieht es in Afghanistan aus?

Afghanistan ist das Land, in dem Christen aktuell am schwersten verfolgt werden. Unter der Herrschaft der Taliban kommt es zu außergerichtlichen Hinrichtungen und plötzlichem Verschwinden von Menschen, wie Amnesty International kürzlich in einem Bericht zeigte.

Zudem sind dort seit der Machtübernahme der Taliban im vergangenen Jahr Armut, Hunger und Gewalt weiter angestiegen. 97 Prozent der Bevölkerung lebt in Armut. Für viele von ihnen ist der Alltag ein Überlebenskampf, und Millionen von Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Außerdem wurde das Land von Erdbeben, Masern und Cholera heimgesucht. 

Wie geht es der Gemeinde?

Für die Gemeinde Christi ist es in Afghanistan besonders schwer. Es gibt immer noch Geschwister, die von den Taliban gesucht werden. Wenn sie gefunden werden, drohen ihnen ohne Zweifel schwere Strafen, wenn nicht sogar der Tod. Sie können selbst ihren eigenen Verwandten nicht trauen. Dabei ist ihr einziges »Verbrechen«, dass sie sich vom Islam abgewandt haben und nun Jesus Christus nachfolgen und Ihm dienen. Dafür verdient man nach der Scharia, dem islamischen Gesetz, die Todesstrafe.

Zwar haben die Taliban versichert, die Rechte von Minderheiten zu schützen, jedoch nur sofern ihr Verhalten im Einklang mit der Scharia stehe.

Dennoch – und auch wenn die Missionare sich nur noch mit wenigen versammeln – unterweisen sie die verfolgte Gemeinde im Untergrund in Gottes Wort, ermahnen sie, standhaft daran festzuhalten, und trösten sich gegenseitig mit der Wahrheit, dass Christus bei ihnen ist bis ans Ende. Gemeinschaft ist für Christen unverzichtbar. Unsere Geschwister sehnen sich nach der Liebe, die Kinder Gottes untereinander haben, nach einem gemeinsamen Leben, gemeinsamem Dienst, nach einem Zufluchtsort in einer hasserfüllten, feindlichen Umgebung, in einem Reich, das vom Bösen regiert wird. Sie wissen, dass die Welt froh wäre, wenn es sie nicht gäbe, und deshalb sehen sie, dass der Herr, der sie aus dem Reich der Finsternis entrissen und in Sein Reich gestellt hat, der Einzige ist, der sie bewahren kann.

Eine Mitteilung von der deutschen Regierung

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland und das Bundesministerium des Innern haben am 17.10.2022 mitgeteilt, dass Deutschland sich weiterhin für die Menschen in Afghanistan einsetzen möchte. Seit der Machtergreifung der Taliban wurden bereits fast 26000 Ortskräfte und besonders gefährdete Afghanen in Deutschland aufgenommen. 

Familien, für die der Druck zu groß ist, hätten auf diesem Weg die Möglichkeit, eine Aufnahme in Deutschland zu beantragen. 

Wie geht es den Geflüchteten?

Bis auf zwei Familien sind die Geflüchteten außer Gefahr. Der Grund, warum sich diese beiden Familien noch nicht in Sicherheit befinden, ist, dass auch in dem Land, in dem sie sich jetzt befinden, Christen verfolgt werden. Was geschieht mit ihnen, wenn sie abgeschoben werden und zurück nach Afghanistan müssen? Diese Frage lastet auf ihren Gemütern. Wir wissen nicht, welche Informationen die Behörden über sie haben. Doch Gott weiß es; Er lenkt alles, und Er wird dafür sorgen, dass sie nicht mehr trifft, als sie ertragen können.

Er sorgt treu für sie. Sie dürfen sich an Seinen Verheißungen festhalten und Ihm selbst da dienen, wo sie sind, indem sie einander dienen. In Seiner Güte hatte der Herr aber auch eine besondere Überraschung für sie. Er hat es dem für die afghanischen Missionare verantwortlichen Bruder Omar möglich gemacht, sie zu besuchen. Welch ein Trost und welch eine Freude für sie! Die Gemeinschaft war herzlich und sehr ermutigend.

Eine der Familien hat im Oktober ein gesundes Kind bekommen. Es ist sicherlich eine Freude, aber gleichzeitig auch eine Schwierigkeit, weil sie dort, wo sie jetzt sind, keine Dokumente für das Kind bekommen können. 

Bitte betet für diese Familien um Gottes Führung und Schutz!

Die anderen geflüchteten Geschwister sind in einem sicheren Land bei Gläubigen untergebracht. Da in ihrer Heimat seit über 40 Jahren Krieg herrscht, erleben sie es zum ersten Mal, dass sie ihren Glauben frei ausleben können, dass sie offen über das Evangelium von Jesus Christus sprechen können, ohne um ihr Leben oder das Leben ihrer Familie zu bangen. 

Möge der Herr sie an dem Ort, an dem sie sich befinden, bei dem Bau Seines Reiches gebrauchen – zu Seiner Ehre!

Betet!

Glaubt ihr an Gottes große Macht und an Seine Treue?
Glaubt ihr daran, dass Er Gebete erhört?
Dann betet mit uns für unsere verfolgten Geschwister. 

    • Betet für die Entmutigten und Schwachen. 
    • Betet für diejenigen, die zweifeln und ängstlich sind. 
    • Betet für diejenigen, die mutig vorangehen und bereit sind, für Christus ihr Leben zu lassen. 
    • Betet um Weisheit, Gnade und Kraft für die Brüder, welche die Gemeinden leiten.
    • Betet für Familien, die von den Taliban gesucht werden, ob Gott vielleicht eine Möglichkeit schenkt, dass sie das Land verlassen können. »Gedenkt an die Gefangenen, als wärt ihr Mitgefangene, und derer, die misshandelt werden, als solche, die selbst auch noch im Leib leben« (Hebr. 13,3).
    • Betet auch für die Obrigkeit in Afghanistan, damit die Christen »ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit« (1.Tim. 2,2).

Der Herr freut sich, unsere Gebete zu gebrauchen, wenn Er wirkt, wenn Er Menschen errettet, wenn Er Sein Volk durch das Tal der Todesschatten führt. Er freut sich, wenn wir Ihm vertrauen und erkennen, dass wir ganz und gar von Ihm abhängig sind. Er hat alles in der Hand, regiert souverän und erlaubt Seinen Kindern, an Seinem Wirken teilzuhaben. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit!

 

 

 
 

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Verfolgt, aber nicht verlassen

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