Sind dies die letzten Tage?

Kategorie: Bücher
Thema: Endzeit , Hoffnung

Autor: Niko Derksen

Sind dies die letzten Tage?

Was ist die Endzeit?
Leben wir darin?

Kriege, Kriegsgerüchte, Hungersnöte, Erdbeben, internationale Unruhen – Jesus sagte, dass all diese Dinge Zeichen für Seine Wiederkunft sein würden. Es klingt, als würde Jesus unsere eigene Zeit beschreiben; aber hat Er wirklich diese Ereignisse vorausgesagt, die wir jeden Tag in den Nachrichten lesen?

In diesem Buch betrachtet R.C. Sproul die Prophezeiungen Jesu, um eine kontroverse Frage zu erörtern: Leben wir in der Endzeit? Die Antwort könnte dich überraschen.

Zum Buch



Vorwort zum Buch

Leben wir gerade in der Endzeit? Sind dies die letzten Tage? Es ist wirklich wichtig für uns Christen, dass wir bibelfundierte Antworten auf unsere Fragen haben. Gerade zum Thema Endzeit gibt es viele kontroverse Diskussionen. Es wurden dazu in den letzten Jahrzehnten viele Bücher geschrieben und Vorträge gehalten. Muss denn jetzt noch etwas darüber geschrieben werden? Noch ein Buch zum Thema Endzeit?

Dieses kleine Buch von R.C. Sproul ist deshalb etwas Besonderes, weil es nicht einfach das Thema der Endzeit beleuchtet, sondern weil darin das ganze Kapitel 24 des Matthäusevangeliums abschnittweise sorgfältig ausgelegt wird. R.C. Sproul war einer der einflussreichsten reformierten Theologen im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert. Er wurde dadurch bekannt und geschätzt, dass er 50 Jahre seines Lebens den ganzen Ratschluss Gottes predigte und es ihm ein Herzensanliegen war, das Volk Gottes durch die Verkündigung zu befähigen, vor dem Angesicht des heiligen Gottes zu leben. 

Viele Menschen, insbesondere die Christen, fragen sich, ob die Krisen und Katastrophen der letzten Jahrzehnte ein Indiz dafür seien, dass die Endzeit nun angebrochen sei. Nun, die Antwort ist eigentlich sehr einfach: Die Endzeit hat schon vor zweitausend Jahren begonnen. Sie begann mit dem Wirken, dem Tod und der Auferstehung des Herrn Jesus Christus. Petrus sagt uns, dass das erste Kommen Christi vorhergesagt und angekündigt wurde und dass Er »in den letzten Zeiten« geoffenbart wurde (1.Pt. 1,20). In Hebräer 1,2 heißt es: »[Gott] hat in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn«, was anzeigt, dass die letzten Tage mit dem ersten Kommen des Sohnes angebrochen sind, der das letzte und endgültige Wort in ebendieser Zeit gesprochen hat.

In gleicher Weise erklärt Petrus an Pfingsten, dass sich die Prophezeiung Joels über die Endzeit durch die Ausgießung des Geistes erfüllt hat (Apg. 2,16-18). Da der Herr Jesus gekreuzigt, auferstanden und erhöht worden ist, wird der Geist nun auf alle ausgegossen, die Buße tun über ihre Sünden und im Glauben ihr Vertrauen auf den Herrn Jesus Christus setzen. Der Apostel Johannes erklärt sogar: »Es ist die letzte Stunde« (1.Joh. 2,18), und somit leben wir seit zweitausend Jahren in der »letzten Stunde«. Ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht – die Heilige Schrift macht es uns deutlich.

Die Frage nach der Endzeit schließt auch das Bestehen des Reiches Gottes mit ein. In den Evangelien lesen wir, dass das Reich Gottes bereits im Herrn Jesus Selbst angebrochen ist, was sich darin zeigt, dass Er in der Kraft des Geistes Dämonen austrieb (Mt. 12,28). Auch die Gleichnisse, die unser Herr in Matthäus 13 erzählte, offenbaren »die Geheimnisse des Reiches der Himmel« (V. 11), und wir könnten die Botschaft der Gleichnisse so zusammenfassen, dass das Reich schon damals begonnen hat, aber noch nicht vollendet ist. Das Reich kommt nicht erst in der Zukunft, mit apokalyptischer Macht, wie manche es meinen, sondern es ist bereits da, anfänglich so klein wie ein Senfkorn und so unsichtbar wie der Sauerteig im Brotteig.

Wir leben in der Endzeit; das Reich Gottes ist bereits angebrochen, doch es ist noch nicht vollendet. Deshalb beten wir: »Dein Reich komme« (Mt. 6,10), und: »Ja, komm, Herr Jesus!« (Off. 22,20). Als Gläubige leben wir zwischen dem Anbruch und der Vollendung der Endzeit. Obwohl wir schon jetzt durch die Gnade unseres Herrn geheiligt sind (1.Kor. 1,2), werden wir am Tag der Wiederkunft Jesu voll und ganz geheiligt sein (1.Thess. 5,23-24; 1.Joh. 3,2). Als an den Herrn Jesus Christus Gläubige sind wir schon jetzt wahre Kinder Gottes (Röm. 8,15-16); aber die Fülle unserer Gotteskindschaft wird am Tag der Auferstehung verwirklicht werden, wenn unser Leib verwandelt wird (V. 23). In gleicher Weise sind wir durch das Blut Jesu erlöst (Eph. 1,7; Kol. 1,14); aber unsere Erlösung ist erst dann vollendet, wenn unser Leib von den Toten auferweckt wird (Röm. 8,23). Alle wahren Christen sind schon jetzt allein aus Gnade durch den Glauben errettet (Eph. 2,8), und doch warten wir auf den Tag des Endgerichts, an dem wir vor dem Zorn Gottes endgültig errettet werden (Röm. 5,9).

Wenn wir als Christen das Bestreben haben, in dieser gefallenen Welt ein geheiligtes Leben zu führen, dann brauchen wir Halt und Hoffnung. Dies finden wir im Glauben an die Verheißungen Gottes. Uns ist verheißen, dass wir dem Herrn Jesus »gleichgestaltet sein werden«, wenn wir Ihn sehen (1.Joh. 3,2); und diese Hoffnung auf die endzeitliche Verwandlung motiviert uns schon jetzt, danach zu streben, dem Herrn Jesus ähnlicher zu werden und somit ein reines und heiliges Leben zu führen (V. 3). Bei wahren Christen erweckt diese Hoffnung den Wunsch und die Leidenschaft, so zu leben, wie es Gott gefällt.

Der Zeitraum zwischen dem Beginn der Verkündigung und der Erfüllung der Verheißungen Gottes wird oft mit den Worten »schon jetzt, aber noch nicht« beschrieben. Gott hat Seine Heilsverheißungen in Christus bereits erfüllt, aber es gibt auch eine Noch-nicht-Dimension, da die Verheißungen noch nicht vollends erfüllt bzw. offenbar geworden sind. Das Schon-jetzt-aber-noch-nicht prägt jeden Bereich unseres Lebens. Wenn es um die Heiligung geht, sollten die Gläubigen optimistisch sein, da wir schon jetzt die für die Endzeit verheißene Gabe des Heiligen Geistes genießen.

Da der Geist Gottes uns gegeben ist, sollen wir mit Ihm erfüllt sein, im Geist wandeln und uns vom Geist leiten lassen. Mit anderen Worten: Durch die Kraft des Geistes können wir jetzt so leben, wie es Gott gefällt. Durch Seinen Geist werden wir befähigt, einander zu lieben und das Gesetz ansatzweise zu erfüllen (Röm. 8,2-4). Als das erlöste Volk Gottes werden wir durch Seine Kraft und Gnade mehr und mehr in das Bild Seines Sohnes verwandelt.

Andererseits dürfen wir nicht vergessen, dass es bei der Heiligung eine Dimension des Noch-Nicht gibt. Als Gläubige sind wir noch nicht vollkommen geheiligt. Es tobt immer noch ein Kampf zwischen dem Fleisch und dem Geist (Gal. 5,16-18; 1.Pt. 2,11), und wir erleben immer noch täglich unsere »Fleischlichkeit« (Röm. 7,14-25). Die fleischlichen Begierden sind nicht verschwunden, und sie werden auch bis zum Tag der endgültigen Erlösung nicht verschwinden. Deshalb müssen wir unsere fleischlichen Begierden beständig abtöten (Röm. 8,13; Kol. 3,5) und täglich der Heiligung nachjagen, ohne die niemand den Herrn sehen wird (Hebr. 12,14)!

Unsere Hoffnung als Gläubige ist, dass wir durch Gottes Gnade, Sein Wort und Seinen Geist mehr und mehr verändert werden. Doch wir sündigen immer noch täglich, und daher ist absolute Vollkommenheit in diesem Leben nicht möglich. Gott hält uns in der Demut, indem Er uns daran erinnert, wie hoch Sein Maßstab für unser Leben ist. Es gibt nie eine Entschuldigung für unsere Sünde; aber die Schon-jetzt-aber-noch-nicht-Dimension der Heiligung führt uns die Realität vor Augen, sodass wir nicht der Meinung verfallen, wir seien gerechter, als wir wirklich sind.

Man könnte meinen, die Vorstellung, dass wir in den letzten Tagen leben, sei eine abstrakte Lehre, die nichts mit dem täglichen Leben zu tun habe. Aber wenn wir die Sache näher betrachten, sehen wir, dass sie höchst praktisch ist, denn sie beeinflusst unsere Auffassung von Heiligung, Familienleben, Gemeinde, Politik und vielem mehr. 

Wir stehen in der Gefahr, einer unzureichend realisierten Eschatologie zum Opfer zu fallen, apathisch zu werden und uns mit dem Status quo zufrieden zu geben. Andererseits können wir den Fehler begehen, eine überrealisierte Eschatologie anzunehmen und den Himmel auf Erden zu erwarten. Wir sehen, warum wir Gottes Wort und Gottes Geist brauchen, um auf dem Weg zu bleiben, während wir in der Endzeit leben – zwischen dem ersten und zweiten Kommen Jesu.

Mein Gebet ist es, dass dieses kleine Buch den Leser zu einem biblischen Verständnis bezüglich der Endzeit verhilft. Und ich bitte den Herrn, Er möge Seine Gemeinde von der Angst vor der Zukunft erlösen, sie von falschen Hoffnungen befreien und sie zu einem unsträflichen und lauteren Leben führen, damit sie »untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts [sind], unter welchem [sie leuchten] als Lichter in der Welt« (Phil. 2,15)! 

 

 

Blog

Sind dies die letzten Tage?

Lesezeit: 7 min