Vorwort: Warum Christus kam

Kategorie: Andachten

Zur Weihnachtszeit denken wir traditionsgemäß an die Geschichte von der Geburt Christi. Es fühlt sich wie Weihnachten an, wenn wir uns Joseph und Maria, die Hirten, die Engel und die Krippe mit dem Jesuskind vorstellen. Aber um das eigentliche Ausmaß der Hauptaussage der Geschichte zu verstehen – nämlich dass der ewige Sohn Gottes unsere menschliche Natur aus Fleisch und Blut angenommen hat –, müssen wir aus der gesamten Bibel lernen, warum Christus wirklich auf die Erde kam.

Leider können wahrscheinlich viele, die vehement dafür plädieren, an christlichen Weihnachtsbräuchen festzuhalten, nur wenig über die Realität und die praktische Bedeutung der Fleischwerdung (Inkarnation) Christi sagen. Wenn wir die Beweggründe für das Kommen Christi erfahren, können wir Seine Geburt tiefgehender feiern, wir können klarer sehen, wie sie mit Seinem gesamten Wirken verbunden ist, und wir können ihre Bedeutung für unser Leben begreifen. Wenn wir verstehen, warum Jesus auf die Erde kam, hat das auch einen apologetischen Nutzen. Angenommen, jemand fragt dich: »Warum ist Jesus auf die Erde gekommen?« Dir würden wahrscheinlich ein oder zwei Gründe einfallen. So zutreffend diese Gründe auch sein mögen, sie würden die Tiefgründigkeit der Fleischwerdung Christi nur ansatzweise vermitteln.

Das »Warum« ist ein hervorragender Lehrer, denn es fragt nach der Bedeutung der Ereignisse, die wir beobachten. Rudyard Kipling nannte in einem Gedicht  die Frage nach dem »Warum« einen der »sechs ehrlichen Diener«, die ihm alles beigebracht haben, was er wusste. Christus Selbst verwendete diesen »Diener« häufig, wenn Er über Sein erstes Kommen lehrte. Die Beantwortung der »Warum«-Frage sollte auch unsere Sicht auf die Advents- und Weihnachtszeit erweitern und uns helfen, wichtige Fragen zu beantworten, wie zum Beispiel: »Warum versammeln wir uns als Gemeinde und Familie?« »Warum feiern wir zu dieser Jahreszeit besondere Feste?« »Warum bringt uns diese Jahreszeit Hoffnung?«

Der Psalmist David sagt, dass die ganze Schöpfung die Herrlichkeit Gottes verkündet (Ps. 19,2). Nichts jedoch verherrlicht Gott so sehr wie die Fleischwerdung Seines Sohnes. Charles Spurgeon sagte: »Sing, sing, o Christenheit, bis du nicht mehr kannst; und doch kannst du kein so herrliches Lied singen wie das von der Fleischwerdung!« John Owen bemerkte: »Wir können vor dem Geheimnis der Fleischwerdung nur anbetend niederfallen: ›Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, verkündet unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit‹ (1.Tim. 3,16).«

Auch dieses kleine Buch kann den Reichtum des großen Geheimnisses, dass Gott Mensch wurde, nicht annähernd ausschöpfen. Es könnten noch viele weitere Gründe genannt werden. Zusätzlich zu den in diesem Buch genannten Beweggründen kam Christus auf die Erde,

  • um ein Feuer zu bringen (Lk. 12,49-53)
  • um uns vom Gesetz loszukaufen (Gal. 4,4-5)
  • um der Retter der Welt zu sein (1.Joh. 4,14; Joh. 12,47)
  • um im Namen des Vaters aufgenommen zu werden (Joh. 5,43)
  • um Leben im Überfluss zu schenken (Joh. 10,10)
  • um den Vater zu offenbaren (Mt. 11,27; Joh. 14,9)
  • um Gefangenen Befreiung zu verkünden (Lk. 4,18)
  • um ein Vorbild für Sanftmut zu sein (Mt. 11,29)
  • um die Verheißung Gottes als der Same der Frau zu erfüllen (1.Mo. 3,15)
  • um uns den Heiligen Geist zu geben (Joh. 7,39).

Wenn alle Gründe, aus denen Christus gekommen ist, aufgeschrieben würden, könnten wir mit Johannes sagen: »… so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben wären« (Joh. 21,25). Die Anzahl der Beweggründe, aus denen Christus in die Welt gekommen ist, übersteigt möglicherweise letztendlich die Anzahl der Menschen, die Er retten wollte.

Wir verbinden diese Gedanken mit dem Gebet des Apostels Paulus: »dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr, in Liebe gewurzelt und gegründet, dazu fähig seid, mit allen Heiligen zu begreifen, was die Breite, die Länge, die Tiefe und die Höhe sei, und die Liebe des Christus zu erkennen, die doch alle Erkenntnis übersteigt, damit ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes« (Eph. 3,17-19). 


 

Warum Christus kam

 

Wenn wir über die Geburt Christi nachdenken, richten wir unsere Aufmerksamkeit oft auf den detaillierten Bericht des Lukas-Evangeliums. Aber um den Hauptpunkt der Geschichte zu verstehen – nämlich, dass der ewige Sohn Gottes unsere menschliche Natur aus Fleisch und Blut angenommen hat –, müssen wir aus der gesamten Bibel lernen, warum Christus wirklich auf die Erde kam.

Warum ist Christus gekommen? Diese 31 Antworten ermutigen Dich, die Geburt Christi tiefgründiger zu verstehen und klarer zu sehen, wie sie mit Seinem gesamten Wirken verbunden ist, und Du kannst ihre Bedeutung für Dein Leben begreifen.

»Warum Christus kam« eignet sich gut für Familienandachten oder für die persönliche Stille Zeit – nicht nur in der Adventszeit. Mit einem Einband aus Kunstleder und mit Goldprägung und einem wunderschönen Design ist dies ein perfektes Geschenk für geliebte Menschen.

 

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