Eine Endzeitbotschaft – Antichrist, Malzeichen und die Zahl 666 (Teil 2)

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Bibelstelle: Offenbarung 13

 

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Im Buch der Offenbarung ist das 13. Kapitel eines der schwierigsten Kapitel. Die Hauptlehre dieses Kapitels ist recht einfach, aber einige Details erscheinen geheimnisvoll und unklar. Deshalb wollten wir mithilfe der Auslegung von Pastor Joel R. Beeke das Kapitel 13 einmal als Ganzes betrachten; mit diesem Verständnis wird die Bedeutung der Details deutlicher werden. In dem letzten Artikel konnten Sie den ersten Teil der Auslegung dieses Kapitels lesen. Darin ging es um: 

1. Die Unterscheidung zwischen den Tieren

2. Die Identität der Tiere

Dieser Artikel enthält nun den zweiten Teil der Auslegung. Hier geht es um:

3. Das Malzeichen und die Zahl des Tieres 

4. Der souveräne Herrscher, der die Kontrolle über die Tiere hat

 

3. Das Malzeichen und die Zahl des Tieres

In den Versen 16 und 17 erfahren wir, wie wir die Tiere identifizieren können. Hier heißt es: »Und es bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, und dass niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.«

Das Malzeichen des Tieres sollte, wie so viele Dinge in der Offenbarung, nicht wörtlich, sondern symbolisch verstanden werden. Wir sollen nicht nach einem Strichcode, einem Brandzeichen oder einer Kreditkartennummer suchen, die auf der Stirn oder der rechten Hand angebracht werden soll. Es sind unzählige Vorschläge gemacht worden von denen, die das gesamte Buch der Offenbarung als wortwörtlich betrachten. Ihre Interpretationen und Vorhersagen mögen unterhaltsam sein und sich gut verkaufen lassen, aber sie misshandeln die Offenbarung und ihre Symbole.

Das Malzeichen des Tieres ist ebenso wenig ein buchstäbliches Zeichen wie das Malzeichen der Auserwählten Gottes, mit dem sie als die Seinen versiegelt werden (Off. 7,3-4). Das Malzeichen des Tieres ist einfach ein Zeichen für das Eigentumsrecht. In den Tagen der römischen Herrschaft wurden Sklaven mit dem Siegel ihres Besitzers gekennzeichnet, was bedeutete, dass sie dieser Person dienen mussten. Das Zeichen des Tieres zu empfangen bedeutet also, dass man dem Satan gehört, ihm dient und ihn anbetet. Das Malzeichen wird auf die Stirn gedrückt, was den Verstand oder die Denkweise einer Person symbolisiert, oder auf die rechte Hand, wodurch die Handlungsweise, die Taten, das Gewerbe und der Fleiß einer Person versinnbildlicht wird. Mit anderen Worten: Wenn das Denken und Handeln der Menschen von jemandem kontrolliert wird, der Christus hasst, tragen sie das Zeichen des Tieres.

Hat das Tier seine Spuren bei Ihnen hinterlassen? Sie können mit Ihrem Mund bekennen, dass Sie Christ seien. Aber was denken Sie über das Lamm, und wie verhalten Sie sich? Teilen Ihre Gedanken und Taten anderen mit, dass Sie zu Christus gehören? Oder erscheinen Sie eher wie ein Sklave des großen Drachen und seiner Welt?

Man kann bekennen, dass man zum Lamm gehört, während man denkt und handelt wie ein Drache. Wenn wir uns gewohnheitsmäßig wie Drachenmenschen verhalten, wie Drachenmenschen sprechen oder wie Drachennachfolger denken, ist unser Bekenntnis falsch. Möge Gott denen beistehen, die sich selbst und den Menschen um sie herum vortäuschen, sie seien durch das Blut des Lammes versiegelt.

Einige von Ihnen behaupten, Sie seien Christen; aber was Sie im Geschäftsleben tun, steht im Widerspruch zu dem, was in der Bibel gelehrt wird. Sie sagen: »Wir sind hier in der Welt; also müssen wir die Methoden der Welt anwenden.« Ja, wir sind in dieser Welt, aber sie ist vom Geist des Antichristen durchdrungen. Inwieweit hat dieser »sein Zeichen« auf unseren Stirnen und Händen hinterlassen?

Auch das »Tier aus der Erde« hat eine Zahl. Vers 18 sagt: »Hier ist die Weisheit!« Beachten wir, dass er nicht sagt: »Hier ist ein Rätsel, das ihr lösen müsst, wenn ihr klug genug seid.« Viele Menschen haben versucht, die Zahl des Tieres zu deuten, und ihre Theorien reichen von der Telefonnummer des Papstes über eine spezielle Nummer auf einem Computer bis hin zum Namen eines bestimmten Menschen, der durch einen Code auf eine Zahl reduziert wird. Diese Ideen sind einfach grotesk. Der Ratschlag von Johannes ist klar. Wenn er von Weisheit spricht, sagt er: »Wer das Verständnis hat, der berechne die Zahl des Tieres, denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist 666.« In der Heiligen Schrift ist die Zahl sechs oft ein Symbol des gefallenen Menschen mit all seinen Sünden und Unzulänglichkeiten. Hendriksen erklärt dies prägnant: 

»Sechs ist nicht sieben und erreicht nie die Sieben. Sie wird immer daran scheitern, vollkommen zu werden; das heißt, sie wird nie zur Sieben. Sechs bedeutet, das Ziel zu verfehlen oder zu scheitern. Sieben bedeutet Vollkommenheit oder Sieg. Freue dich, o Gemeinde Gottes! Der wahre Sieg ist auf deiner Seite. Die Zahl des Tieres ist 666, das heißt Versagen über Versagen über Versagen. Es ist die Zahl des Menschen, denn das Tier ruht im Menschen und muss versagen.«

Die Zahl des Tieres ist also die Zahl, die diejenigen kennzeichnet, die Gott nicht fürchten. Die Sechsen des Tieres bleiben weit hinter den Siebenen der Heiligen Dreieinigkeit zurück. Diejenigen mit dem Malzeichen des Tieres sind gottlos. Sie weigern sich, Gott anzubeten; sie ziehen Lügen über Ihn der Wahrheit vor und gehen ihren eigenen Weg in die zunehmende Gottlosigkeit. 

Haben Sie geistliche Einsicht, Weisheit oder Verständnis darüber, was in dieser Welt vor sich geht und was alles dahintersteht? Haben Sie erkannt, was diese Welt mitsamt ihren Ideologien, Institutionen und Persönlichkeiten ausmacht? Sie sind mit 666 gekennzeichnet, also mit der Zahl des menschlichen Versagens. 

Johannes möchte, dass wir weise sind in der Welt, in der wir leben und die vom Geist des Antichristen durchdrungen ist. Diese Welt kann so beeindruckend und einschüchternd sein, dass wir uns nicht trauen, sie als das zu bezeichnen, was sie ist. Aber Johannes sagt: Die Welt ist zum Scheitern verurteilt.

4. Der souveräne Herrscher über die Tiere

Es ist nicht alles verloren, wie stark der Drache und seine Tiere auch erscheinen mögen; denn wir wissen, dass der endgültige Sieg unserem Herrn Jesus Christus und Seiner erlösten Gemeinde gehört, nicht dem Drachen und seinen tierischen Anhängern. Das ist aus zwei Gründen wahr. Erstens werden der Drache und seine Tiere besiegt werden, weil ihre Autorität zeitlich begrenzt ist. Ihre Macht wird nur zweiundvierzig Monate dauern, sagt Johannes, und dann wird sie ein Ende haben. In Offenbarung 12,12 schreibt Johannes, dass der Teufel selbst weiß, »dass er nur wenig Zeit hat«.

Auch Satan und seine Tiere werden besiegt werden, weil ihre Autorität nicht die höchste ist. Zu manchen Zeiten mag es so aussehen, als würden sie die Heiligen besiegen, während sie gegen sie Krieg führen und sie überwinden, wie es in Offenbarung 13,7 heißt. Das bedeutet, dass viele Heilige auf dieser Welt verhaftet, gefangen genommen und getötet werden. Doch der Sieg Satans und seiner Helfershelfer ist nur vorübergehend. Das liegt nicht nur daran, dass sie Geschöpfe und nicht der allmächtige Schöpfer sind, sondern auch daran, dass die verfolgten Gläubigen, wie Johannes in Offenbarung 12,11 sagt, den Bösen durch das Blut des Lammes überwinden werden. Christus, der ja Gott ist, wird das letzte Wort über Satan sprechen.

Der große Komponist Johann Sebastian Bach hatte eine eher ungewöhnliche Art, morgens aufzustehen. Seine Kinder gingen zum Cembalo und spielten ein Stück, wobei sie den letzten, auflösenden Akkord wegließen. Bach wachte auf, stieg aus dem Bett, lief zum Cembalo und schlug diesen letzten Akkord an. Das ähnelt sehr dem, was Johannes hier über die Zahl des Tieres sagt. Alles, was der Mensch und die Welt zustande bringt, ist unvollständig. Johannes möchte, dass sich die Gläubigen nach der Vollkommenheit sehnen, die nur in Christus zu finden ist. Er will uns aus dem Todesschlaf erwecken, so dass wir den letzten Trompetenschall hören können. Die ganze Schöpfung seufzt, quält sich und sehnt sich nach der Zeit, in der Jesus Christus wiederkommen und einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird. Wie Bach wartet sie darauf, dass der letzte Akkord erklingt. Als Christen dürfen wir uns nicht mit nur 666 zufriedengeben. Wir sollen nach der Vollkommenheit und Vollständigkeit in Christus streben.

Johannes schreibt: Wenn du auch nur ein wenig Weisheit hast, dann berechne die Zahl des Tieres. Begreife, dass der endgültige Sieg dem Lamm und Seinen Nachfolgern gehört. Offenbarung 10 zeigt uns ein wunderbares Bild von Christus als dem starken Engel Gottes mit einem Buch in Seiner Hand. In den Versen 1 und 2 heißt es: »Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabsteigen, bekleidet mit einer Wolke, und ein Regenbogen war auf Seinem Haupt; und Sein Angesicht war wie die Sonne und Seine Füße wie Feuersäulen. Und Er hielt in Seiner Hand ein offenes Büchlein; und Er setzte Seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken aber auf die Erde.« Das sollte uns die richtige Perspektive auf den Kampf zwischen dem Drachen und dem Lamm geben.

Der große Drache ist furchterregend, bis man zu Christus aufschaut, der mit dem einen Fuß auf dem Meer und mit dem anderen Fuß auf dem Land steht. Christus überragt alle Bewegungen und Institutionen der Menschen. Er stellt jede menschliche Zivilisation, die je existiert hat, in den Schatten. Er zermalmt sündige menschliche Bestrebungen mit Seinen Füßen, die zu unserer Erlösung an ein Kreuz geschlagen wurden. Er beherrscht die Erde. Es heißt, dass Gott »alles Seinen Füßen unterworfen [hat]« (1.Kor. 15,27). Das schließt jene Tiere, den Drachen und, ja, auch uns ein. Paulus sagt uns, dass Christus durch Seinen Tod am Kreuz alle Herrschaften und Gewalten der Finsternis entwaffnet, sie öffentlich an den Pranger gestellt und über sie triumphiert hat (Kol. 2,15). Durch Christi Blut werden auch wir überwinden! Wir können mit Paulus sagen: »Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!« (1.Kor. 15,57). Wie er auch an anderer Stelle sagt: »Aber in dem allem überwinden wir weit durch Den, der uns geliebt hat« (Röm. 8,37).

Wir müssen erkennen, dass wir uns, wenn wir nicht in Christus sind, auf der Seite des großen Drachen befinden und mit ihm untergehen werden. In Offenbarung 13,8 zeigt uns Johannes, dass wir alle von Natur aus Satan und seine Diener anbeten. Unsere einzige lebendige Hoffnung ist, dass unsre Namen »geschrieben stehen im Buch des Lebens des Lammes, das geschlachtet worden ist, von Grundlegung der Welt an«.

Hier sind einige Möglichkeiten, wie Sie persönlich auf Offenbarung 13 antworten können: 

1. Beten Sie um Gnade, damit Sie die Tiere Satans erkennen können. Sie kennen ihren Charakter. Sie wissen, was sie sind und wie sie vorgehen. Sie wissen, dass sie Christen rund um den Globus nicht nur auf gewaltsame Weise verfolgen, sondern auch auf verführerische, subtile und sogar auf religiöse Weise, die aber nicht der Bibel entspricht. Seien Sie nicht blind für die Machenschaften Satans.

2. Tun Sie Buße über die ganze Art und Weise Ihres Denkens, Sprechens und Handelns, die Ihrem selbstsüchtigen und bösartigen Herzen entspringt. Tun Sie Buße über Ihre Neigung, »die Fleischeslust, die Augenlust und [den] Hochmut des Lebens« zu pflegen (1.Joh. 2,16). Bitten Sie Gott um die Gnade des Geistes, dass Er Ihnen zeigt, wer Sie wirklich sind, damit Er Sie dazu bringt, Ihre Sünde zu verabscheuen, und damit Er Ihnen hilft, in Staub und Asche vor dem allmächtigen Gott und diesem herrlichen Lamm Buße zu tun.

3. Setzen Sie Ihr Vertrauen allein auf das Lamm. Begreifen Sie, dass Jesus der Herr über alles ist. Vertrauen Sie auf Sein vollkommenes Erlösungswerk, das Er stellvertretend für Sünder vollbracht hat. Ruhen Sie nicht eher, bis Sie sagen können: »Er ist mein Herr und mein Gott.« Fahren Sie fort, bis Sie Gewissheit bekommen, dass Ihr Name im Buch des Lebens des Lammes geschrieben steht und Sie für immer in Ihm sicher sind. Nur der dreieinige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, kann all Ihre Bedürfnisse erfüllen und Sie aus dem Versagen heraus in das Bild Christi umgestalten, während Sie dem Lamm folgen.


Aus dem Buch »Revelation« von Joel R. Beeke, Reformation Heritage Books

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