Keine Kompromisse – Teil 1

Bibelstelle: Daniel 3,1-18

In Daniel 3 lesen wir einen Bericht darüber, wie drei Männer sich mutig über den Befehl des mächtigsten Mannes in der damaligen Welt hinwegsetzten, um dem lebendigen Gott zu gehorchen. Ihm zu gefallen, war ihnen sogar wichtiger als ihr eigenes Leben. Ihr Vorbild zeigt uns, was das Wesen der Gottseligkeit ist. Das Kapitel zeichnet uns auch auf, wie Gott eingegriffen und ihren Glauben bestätigt hatte.

Die Hauptsache in diesem Kapitel ist jedoch nicht die wunderbare Errettung jener Männer. Wir haben mit dem Glauben an Wunder keine Probleme – das hoffe ich jedenfalls! Wenn wir erkennen, dass Gott allmächtig ist, und wenn wir erst einmal glauben, dass Er Seinen Sohn aus den Toten auferweckt hat, dann sind Wunder für uns kein Problem mehr. Die machtvolle Errettung, von der in diesem Kapitel berichtet wird, erfüllt unsere Herzen mit der Anbetung Gottes. Und doch ist diese Errettung nicht das Wichtigste, was wir beachten sollten.

Die Hauptsache in diesem Kapitel ist, dass hier drei junge Gläubige versucht werden, Unrecht zu tun, und dass sie dieses Ansinnen ablehnen. Sie sind bereit, nicht im Einklang mit den anderen zu stehen, selbst wenn diese Haltung für sie einen schrecklichen Tod bedeuten sollte. Das Wort »Kompromiss« gehört nicht zu ihrem Wortschatz.

Unrecht bleibt Unrecht, und sie wollen es nicht tun, wie groß die Gefahr auch sein mag. Sie wollen keine Sünde tolerieren. Auf diesen Punkt sollten wir unsere Aufmerksamkeit richten, denn er lehrt uns einmal mehr, wie das Zeugnis für Gott in einer heidnischen Welt aufrechterhalten wird. Wenn wir Gott in einer gefallenen Welt treu bleiben wollen, dann müssen wir selbst den Weg Sadrachs, Mesachs und Abed-Negos gehen. Dieses Kapitel ruft die alte Frage aus der Physik in Erinnerung:

Was geschieht, wenn eine unwiderstehliche Kraft auf ein unbewegliches Objekt prallt?

(Wenn man davon absieht, dass es sich in diesem Fall um drei unbewegliche Objekte handelt!) Wir werden uns zunächst die unwiderstehliche Kraft anschauen, danach die unbeweglichen Objekte. Schließlich werden wir sehen, was geschah, als die beiden aufeinanderprallten.

Die unwiderstehliche Kraft

Die unwiderstehliche Kraft ist der König Nebukadnezar. Wenn wir die Verse 1-7 genau betrachten, dann wird schnell deutlich werden, warum ich ihn so bezeichne. Der Bericht beginnt damit, dass er ein Bild aufrichten lässt. Es war unter babylonischen und syrischen Machthabern üblich, Bilder zu ihrer eigenen Ehre aufrichten zu lassen, und was Nebukadnezar tat, wurde nicht als besonders ungewöhnlich angesehen. Es handelte sich wahrscheinlich um ein Bild, das seine eigene Person darstellen sollte. Es ist auch sicher, dass er dabei nicht allein an seine eigene Ehre dachte, sondern auch an die Ehre der Götter, die er anbetete.

Die Unkosten für die Herstellung und Aufrichtung eines solchen Bildes müssen riesig gewesen sein. Vergoldet stand es auf seinem Podest und war über 27 Meter hoch; seine Breite betrug jedoch nur 2,7 Meter. Diese Proportionen sind ziemlich seltsam, sind aber typisch für babylonische Standbilder. Dieses riesige Standbild wurde dann in der Ebene Dura aufgerichtet. Es konnte wahrscheinlich aus vielen Kilometern Entfernung gesehen werden, insbesondere dann, wenn sein Goldüberzug die Sonne reflektierte.

Als das Bild fertig war, fand eine Einweihungszeremonie statt. Hierauf wird in den Versen 2 und 3 Bezug genommen. Bedeutende Beamte kamen aus den entferntesten Ecken des babylonischen Weltreiches, und ihre unterschiedlichen Dienstgrade werden uns vorgestellt. Wahrscheinlich hatte niemand in der damals bekannten Welt je einer solchen Feier beigewohnt. Die Menschenmenge war wohl riesig, und der ganze Prunk war großartig. Es war ein Bild, das vom mächtigen König von Babylon errichtet worden war, sowohl zu seiner eigenen Ehre als auch zu Ehren seiner Götter, und die Menschen waren bereit, von überall her zu kommen, um es zu sehen.

In Vers 4 lesen wir, dass der Herold, der vor dieser großen Menschenmenge stand, »mit gewaltiger Stimme« rief. Was für eine Stimme muss er wohl gehabt haben! Der verstummenden Menschenmenge erteilte er einen Befehl im Namen des Königs. Niemand war von seinen Ansprüchen ausgenommen. Verschiedene Völker und Nationen und Sprachen aus dem gesamten babylonischen Weltreich waren anwesend, und was befohlen wurde, galt für sie alle. Auch ein Orchester war bei der Zeremonie anwesend, dessen Instrumente in den Versen 5, 7, 10 und 15 aufgeführt sind. Alle Arten von Musikinstrumenten waren dabei. Der Befehl des Herolds lautete, dass jeder, wer es auch immer sein und wo er sich gerade befinden mochte, niederzufallen und das neu aufgerichtete Bild anzubeten habe, sobald dieses Orchester spielen würde.

Wenn Vers 6 uns heute verwirrend und unvernünftig zu sein scheint, dann sollten wir uns an etwas erinnern. Dieses seltsame Standbild war zu Ehren des Königs und seiner Götter aufgerichtet worden. Wenn man nicht vor ihm niederfiel, so konnte dies nur als Untreue interpretiert werden. Es wäre eine Weigerung, sich dem Wort des Königs unterzuordnen – was einem Verrat gleichgekommen wäre. Solches Verhalten konnte nur mit einem schrecklichen Tod im glühenden Feuerofen bestraft werden.

Vor solch einem Götzen niederzufallen, stellte für die große Mehrheit der Menschen im babylonischen Weltreich kein Problem dar, selbst wenn sie aus anderen Nationen kamen. Sie mussten einfach nur denken: »Die Götter Babylons sind offensichtlich stärker als unsere eigenen; ansonsten wären wir nicht besiegt worden. Wir sollten das durchaus anerkennen.«

Selbst für die Juden in der Verbannung stellte ein solches Niederfallen kein Problem mehr dar. Seit Generationen hatten sie Gott nicht gehorcht und hatten sich im Götzendienst verstrickt. Die harten Worte der Propheten hatten sie beständig ignoriert. Sie hatten wahrscheinlich keine Gewissensbisse, sich vor dem goldenen Standbild niederzuwerfen. Götzendienst war ihnen schon in Fleisch und Blut übergegangen. Warum sollten sie sich jetzt selbst zum sicheren Tod verurteilen, indem sie es ablehnten, etwas zu tun, was sie schon jahrelang getan hatten?!

Die Unterordnung unter den Befehl des Königs konnte erwartet werden, denn niemand wurde dadurch in Verlegenheit gebracht oder verletzt. Niemand – außer natürlich dem gottesfürchtigen Überrest. Das Zeichen für dessen bleibende Treue zu Gott war, dass sie nichts mit der Anbetung falscher Götter zu tun hatten. Das »erste und größte Gebot« (Mt. 22,36-39) war für sie von allergrößter Bedeutung: Sie waren überzeugt, dass nichts wichtiger sei, als den Herrn, ihren Gott, zu lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Denken und der ganzen Kraft zu lieben (Mk. 12,30; vgl. Mt. 22,36-40).

Sie hatten es sogar abgelehnt, Speise zu sich zu nehmen, die den Götzen geopfert worden war, so dass sie sich sicherlich nicht vor einem Götzen verbeugen würden. Jeder andere konnte sich wohl dem Befehl des Königs unterordnen, aber nicht sie. Es gibt eine höhere Macht, der sie gehorchen mussten. Sie allein wollten anders sein. Unrecht bleibt Unrecht, und sie konnten es nicht tun, selbst wenn die Konsequenz ihres Verhaltens der sichere Tod in einem glühenden Feuerofen war. Als alle anderen niederfielen, bleiben sie stehen!

Seit 2.000 Jahren haben diktatorische Regierungen Christen befohlen, entweder gottlosen Forderungen zu entsprechen oder sterben zu müssen. In vielen Staaten der heutigen Welt erleidet das Volk des Herrn Verfolgung. Sie schmachten im Gefängnis, dürfen nur die niedrigsten Aufgaben in der Gesellschaft verrichten, ertragen das Herzeleid, dass ihnen ihre Kinder weggenommen werden, leiden unter der Folter und sterben einen qualvollen Tod. Doch sie geben nicht auf, denn sie wissen, dass allein Gott die Ehre gebührt. Ihr fester Entschluss ist: lieber leiden und sterben, als dem Herrn untreu zu sein.

Wir leben nicht unter einer solchen Regierung. Und doch bleiben die Worte Samuel Rutherfords auch für uns wahr: »Du wirst nicht die Möglichkeit erhalten, dich still in den Himmel und die Gemeinschaft Christi hineinzustehlen, ohne einen Kampf kämpfen und ein Kreuz tragen zu müssen.« Der Staat versucht heute, die Kontrolle über die Gemeinden zu erlangen, und die Menschen um uns her setzen uns unter Druck, sich ihnen in ihren Sünden anzuschließen, indem sie immer wieder sagen: »Jeder andere tut es doch auch; warum tust du es nicht? Warum willst du anders sein? Los, gib dir einen Ruck – nur dieses eine Mal!«

Manche jungen Christen werden dazu gedrängt, sich mit den Kameraden zu betrinken oder ihre Unschuld vor der Ehe preiszugeben. Sie werden unter Druck gesetzt, zu lügen, zu stehlen, schmutzige Bücher zu lesen und sich anstößige Serien und Filme anzuschauen. Die Entheiligung des Sonntags, Geldverschwendung, Unpünktlichkeit, Glücksspiel und tausend andere Sünden, Anstandslosigkeit und Stolz werden als Tugenden gepriesen.

Die Welt hat ihren eigenen »Feuerofen«, der diejenigen erwartet, die sich nicht der Anbetung ihrer Götzen hingeben. Es ist der Feuerofen der Verspottung, des Belächeltwerdens, der Verachtung und lgnorierung.

Gottesfürchtigen Menschen wird wegen ihrer Verweigerungshaltung gesagt, dass sie engstirnige, verkalkte Trottel seien, und ihnen wird die kalte Schulter gezeigt, indem sie vom Leben und der Zuneigung der Menschen in ihrer Umgebung ausgeschlossen werden. Vielen Gemeinden und einzelnen Christen erscheint der Druck heute unwiderstehlich. Sie fühlen sich zu einer Entscheidung gedrängt. Sie müssen entweder nachgeben und so sein wie andere auch, oder sie müssen sich dagegen wehren und alles verlieren. Das war die Entscheidung, vor die Sadrach, Mesach und Abed-Nego gestellt wurden!

Drei unbewegliche »Objekte«

Was taten diese drei jungen Männer, als sie vor diese direkte Entscheidung gestellt wurden?

Die Verse 8-18 sagen es uns. Ihre Entscheidung war es, Gott zu gefallen – ganz gleich, welche Konsequenzen das mit sich bringen mochte. Von dieser Position rückten sie nicht einen Millimeter ab. Die unwiderstehliche Kraft des Befehls des Königs traf auf drei unbewegliche Objekte!

Wir wollen versuchen, uns die in den Versen 8-12 berichtete Szene vorzustellen. Versuchen wir, uns ein Bild von der riesigen Volksmenge zu machen, von der erregten und erwartungsvollen Atmosphäre. Schließlich spielt das Orchester, und die Volksmenge beugt sich, wie befohlen, zur Erde. Es sind – wie es auffälliger nicht gehen kann – nur drei Menschen, die immer noch aufrecht stehen!

Zweifelsohne haben wir alle schon mal Gottesdienste besucht, bei denen wir erlebten, dass jemand stehen blieb, nachdem alle anderen Besucher sich gesetzt hatten. Jeder nimmt Notiz von ihm; jedes Auge fixiert ihn. Wie viel auffälliger müssen Sadrach, Mesach und Abed-Nego wohl gewesen sein! Das ganze Weltreich fällt nieder, aber drei Männer – und zwar nur diese drei – besitzen die Frechheit, einfach stehen zu bleiben!?

Im Lichte von Kapitel 1 war es wahrscheinlich weithin bekannt, dass diese drei jegliche Form von Götzendienst nicht gutheißen konnten. Aber diesmal scheint es, als ob ihre Haltung sie zugrunde richten würde. Sie werden dem König namentlich genannt. Gewiss hätten viele gute Dinge über sie gesagt werden können, um solch eine Anklage abzuschwächen. Aber nichts dergleichen wird zu ihrer Entlastung gesagt. Es wird direkt erklärt, dass diese drei Beamten keinen Respekt vor der Obrigkeit und dem König haben.

Die Verse 13-15 berichten uns, wie der König in seinem wilden Zorn befiehlt, diese drei Männer sogleich zu ihm zu bringen.

»Ist es wahr?«, fragt er sie. Er sichert ihnen dann zu – ebenso, wie die Welt um uns her es tut –, dass es, wenn die Kunde von ihrer Weigerung wahr sei, noch nicht zu spät sei, ihre Meinung zu ändern und sich so zu verhalten wie jeder andere auch: »Kommt schon, seid bereit!«, sagt der König. »Sobald ihr den Klang der Hörner, Flöten, Zithern, Lauten, Harfen und Sackpfeifen und aller Arten von Musik hören werdet, niederzufallen und das Bild anzubeten, das ich gemacht habe, [dann ist es gut!] Wenn ihr es aber nicht anbetet, so sollt ihr augenblicklich in den glühenden Feuerofen geworfen werden! Und wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten könnte?« (V. 15)

Die Welt um uns her fordert sehr hartnäckig, Christen zu überreden, sich ihr anzupassen. Sie kann diejenigen nicht tolerieren, die damit auffallen, dass sie sich nicht anpassen. Und bevor die Welt es anstrebt, jemanden zu ruinieren, versucht sie, ihn zu überreden, genauso wie alle anderen zu werden. Es scheint etwas in die Welt eingebaut zu sein, das sie sehr darauf bedacht sein lässt, dass das Volk des Herrn sich ihr in seinem Denken und Handeln anpasst. Diejenigen, die nicht vor ihren Götzen niederfallen, vor denen sie sich niederwirft, verwirren und beunruhigen sie. Sie kann Leute nicht verstehen, die andere Werte haben. Sie ärgert sich besonders über diejenigen, die den unsichtbaren Gott vor allem und jedem anderen verehren und lieben. Sie würde sie lieber überreden, als sie zu bestrafen; doch wenn es ihr nicht gelingt, sie zu überreden, dann wird die Welt die wahren Gläubigen eigentlich immer bestrafen. Tatsächlich ist die Androhung einer Strafe Bestandteil ihrer Argumentation, warum man sich ihr anpassen soll.

Nebukadnezar ist sehr zornig. Wie können sie es wagen, ihn nicht als den Höchsten anzuerkennen? Wenn sie seine Herrschaft nicht auf diese Weise anerkennen, dann müssen sie es eben auf eine andere Weise tun – der Feuerofen würde beweisen, wo die wirkliche Macht liegt. Wenn er, der König, sie einmal hineingeworfen hätte, wer wäre der Gott, der fähig wäre, sie aus seiner Hand zu erretten?! Vers 16 zeigt uns, weshalb es zutreffend ist, Sadrach, Mesach und Abed-Nego als »unbewegliche Objekte« zu bezeichnen. Sie antworteten und sagten zum König Nebukadnezar: »Wir haben es nicht nötig, dir darauf ein Wort zu erwidern.«

Damit gaben sie Folgendes zu verstehen: »Die Anklage, die gegen uns erhoben wird, ist wahr. Wir wollen uns nicht verteidigen, nicht rechtfertigen oder entschuldigen. Fakten sind Fakten, und wir stehen zu ihnen. Es ist völlig wahr, dass wir uns nicht vor dem goldenen Bild niedergeworfen haben. Wenn du uns nun in den Feuerofen werfen willst, so geschehe es. Unser Gott kann uns erretten. In der Tat wird er das tun. Wenn er jedoch nach Seinem souveränen Wohlgefallen beschließt, uns nicht zu retten, dann wisse, dass wir immer noch nicht bereit wären, die Sünde zu tun, die du von uns verlangst.«

Hier spricht der wahre Glaube! Es ist leicht, sich zu weigern, vor dem Standbild niederzufallen, wenn die Befreiung von der Strafe sicher ist. Diese drei Männer waren sich der Rettung bewusst. Aber ihre Entschiedenheit ging so weit, dass sie sich selbst dann nicht vor dem Bild niederwerfen würden, wenn sie nicht befreit würden. So handelt nur der wahre Glaube, so verhalten sich nur gottesfürchtige Christen. Im Christenleben gibt es ein großes Prinzip, an das wir uns immer erinnern sollten. Charles Haddon Spurgeon brachte es mit folgenden Worten zum Ausdruck:

»Deine Pflicht ist es, das Richtige zu tun; die Konsequenzen liegen bei Gott … Deine und meine Aufgabe ist es, das Richtige zu tun, selbst wenn der Himmel einstürzen würde, und dem Gebot Christi zu folgen, welche Konsequenzen das auch mit sich bringen mag … O meine Herren, was haben wir mit den Konsequenzen zu tun?! Der Himmel mag einstürzen, aber der gottesfürchtige Mann sollte seinem Herrn gehorsam und Seiner Wahrheit treu bleiben. O Mann Gottes, sei gerecht und fürchte dich nicht! Die Konsequenzen stehen bei Gott, und nicht bei dir.«

Dieses biblische Prinzip wird durch Sadrach, Mesach und Abed-Nego veranschaulicht. Unsere Pflicht und das Limit unserer Pflicht ist es, das Rechte zu tun – nicht weniger, aber auch nicht mehr. Wenn ein gerechter Lebenswandel derartig tödliche Konsequenzen nach sich zieht wie in ihrem Fall, dann ist das Gottes Angelegenheit. Die Konsequenzen liegen in Seinen Händen, doch die Pflicht liegt in den unsrigen. Unsere Aufgabe in diesem Leben ist es, das zu tun, was Ihm wohlgefällt, koste es, was es wolle, und ganz gleich, welche Folgen es mit sich bringen mag.

Sadrach, Mesach und Abed-Nego lebten nach diesem Prinzip. Nie zuvor hatten sie, soweit wir wissen, willentlich den König von Babylon verärgert. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie derartiges gewollt hätten. Doch wenn man sich entscheiden muss, entweder dem mächtigsten Mann auf Erden oder dem ewigen Gott zu gefallen, dann hat man nur eine Wahl, nur einen Weg, den man gehen kann. Das »Schlimmste«, was die Welt uns antun kann, ist, uns zu töten.

Das ist ein überwältigend tröstlicher Gedanke! Wir werden alle einmal sterben und früher oder später vor Gott stehen müssen. Sicher ist es besser, vorzeitig getötet zu werden und Frieden zu haben im Blick auf unsere Verantwortung vor Ihm, als ein bisschen länger zu leben und dann mit Schrecken vor Ihm zu stehen. Wir wissen, dass das Grab nicht das Ende ist. Warum also sollte denn die bloße Todesgefahr für uns ein Grund sein, Dem nicht mehr gefallen zu wollen, dem wir nach dem Tod Rechenschaft zu geben haben? Wie viel weniger sollte uns daher die viel schwächere Androhung der Verhöhnung davon abhalten, unserem Herrn in dieser Welt nachzufolgen?

Zu wenige Gläubige beschäftigen sich mit diesem Thema, über das wir gerade nachgedacht haben. Dies erklärt, warum so viele von ihnen dem Druck unserer Zeit nachgeben. Sie betrachten nur die kurzfristigen Konsequenzen, die es mit sich bringt, der Welt zu missfallen, und entscheiden dementsprechend darüber, was sie tun sollten.

Sadrach, Mesach und Abed-Nego taten das genaue Gegenteil. Wie die Konsequenzen auch immer aussehen mochten – Recht bleibt Recht und Unrecht bleibt Unrecht. Daher beschlossen sie, das Richtige zu tun und das Ergebnis Gott zu überlassen. Solche Überlegungen erhalten das Zeugnis für Gott in dieser Welt lebendig. Wenn wir aber Kompromisse schließen, verlieren wir alle unsere Kraft, um die Menschen in unserer Umgebung für Christus zu gewinnen, beziehungsweise um ein wahres Zeugnis zu sein.

Die unwiderstehliche Kraft war auf drei unbewegliche Objekte gestoßen. Die mächtigste Kraft der damaligen Welt hatte befohlen: »Tut dies!« Ihr wurde mit der Antwort begegnet, die der Böse am meisten fürchtet: »Nein!«

    • Nebukadnezar wird jedoch nicht von dem Weg abrücken, den er gewählt hat.
    • Sadrach, Mesach und Abed-Nego werden auch nicht von dem Standpunkt abrücken, den sie eingenommen haben.
    • Welche Folgen wird ihre Haltung haben?

Die Fortsetzung folgt im zweiten Teil.


Aus dem Buch »Dare to Stand Alone« von Stuart Olyott, EP Books

Blog

Keine Kompromisse – Teil 1

Lesezeit: 12 min