Ein Zeugnis von rettender Gnade Gottes

Kategorie: Missionsberichte
Thema: Errettung , Mission

»Die rettende Gnade macht einen Menschen so willig, seine Begierden zu verlassen, wie ein Sklave seine Galeere oder ein Gefangener seinen Kerker oder ein Bettler seine Lumpen verlassen will.«

– Thomas Brooks

»Wenn ich darüber berichte, wie Gott in Seiner großen Gnade an mir gewirkt hat, möchte ich zuerst einmal erzählen, woher ich stamme und unter welchen Umständen ich aufgewachsen bin. Dann wird die Barmherzigkeit Gottes an meinem Leben umso deutlicher zu sehen sein.

Ich heiße Andrew und stamme aus Sierra Leone, Afrika, aus einer sehr armen muslimischen Familie der untersten Gesellschaftsschicht. Unsere Familie wurde von allen Nachbarn verachtet. Deshalb muss ich Gott besonders rühmen, weil Er mich aus diesen Lebensverhältnissen heraus zu Seiner Gnade und einem erfüllten Leben mit Jesus Christus berief.

Trotz der großen Armut meiner Eltern schickten sie mich etwa 4 Jahre lang zur Schule, damit ich wenigstens lesen und schreiben lernen konnte. 

In den Jahren meiner Gottesferne folgte ich dem Weg dieser Welt und dem Geist, der »jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt« (Eph. 2,2). Ich war in den Schlingen des Teufels gefangen und erfüllt mit aller Ungerechtigkeit, die so mächtig in mir wirkte, dass es mir so leicht keiner im Lügen, Betrügen und Rauben gleichtat. Ich hatte oft furchtbare Ängste, dass ich eines Tages ins Gefängnis kommen würde oder jemand mich umbrächte. Oft, wenn ich wieder einen schlimmen Tag voller Sünde hinter mir hatte, konnte ich, obwohl ich meine Lebensweise für ganz normal hielt, lange nicht einschlafen; ich hatte den Eindruck, dass die bösen Geister mich quälten. 

In all den Jahren meiner Jugend versuchte ich, in der islamischen Religion Frieden zu finden. Ich wollte die Angst vor den schrecklichen Qualen des höllischen Feuers endlich loswerden, ja frei sein von all den Lastern, die mich wie Ketten der Finsternis gebunden hielten. Doch all mein Bemühen, im Islam Freiheit zu finden, ließ meine Hoffnung mehr und mehr dahinsiechen. 

Bis zu meiner Heirat war ich ein rauer und bösartiger junger Mann. Ich besaß kaum Geld. Hin und wieder bin ich mit den Fischern auf den Ozean gefahren – diese Reisen dauerten jeweils zwei bis drei Monate lang. Auf dem Ozean hatte ich viel Zeit, um über mein Leben nachzudenken. Manchmal sprach jemand von Gott oder Jesus; doch jeder Gedanke an das Christentum bereitete mir ein großes Unbehagen. Ich war so verbittert über Gott, dass ich keinen Gedanken an Ihn ertragen konnte. 

Gott aber ließ mich nicht fallen, sondern ging mir immer wieder nach. Zu jener Zeit konnte ich noch nicht erkennen, wie verdorben ich war; aber ich geriet in eine Katastrophe nach der anderen und wurde seltsamerweise immer bewahrt. Im Alter von 23 Jahren heiratete ich eine muslimische junge Frau. Ich dachte, wenn ich eine Familie hätte, würde ich mein Glück finden; doch auch auf diesem Weg gelangte ich nicht zu dem, was ich mir so sehr wünschte – Frieden im Herzen!

Gott fügte es so, dass ich eines Tages mit einem Freund unterwegs zur Arbeit war. Dabei berichtete er mir von seinem Plan, nach Europa zu fliehen. Er sagte, er würde sich freuen, wenn ich mich ihm anschließen würde. Diesen Gedanken wurde ich nicht mehr los, bis ich meine Frau davon überzeugt hatte, dass das die beste Option für uns sei: gemeinsam nach Europa zu fliehen. Als ich mich näher erkundigte, rieten mir meine Freunde davon ab, meine Frau mitzunehmen. Sie solle später nachkommen, wenn ich erst mal eine Aufenthaltsgenehmigung für Europa bekommen habe.

Die Reise war sehr lang und beschwerlich – von Sierra Leone durch die Wüste Richtung Libyen, übers Mittelmeer nach Sizilien, wo wir in einem Flüchtlingslager untergebracht wurden.

Eines Tages kam Besuch in unser Flüchtlingslager. Ein Mann sprach mit uns Flüchtlingen von Gott und Seinem Sohn Jesus Christus. Aber ich nahm die Botschaft nicht ernst; ich war ja ein Moslem und wollte nichts mit Christen zu tun haben. Ich hörte einfach zu, nickte hin und wieder mal, machte mir aber nicht wirklich Gedanken zu alledem. Jener Mann kam mehrmals in unser Lager. Weil ich sonst nichts zu tun hatte, setzte ich mich immer wieder dazu. 

Dieser Prediger war ein Mitarbeiter von Voice of Hope. Eines Tages kam er zu mir persönlich und fragte mich, ob ich mit zum Gottesdienst kommen möchte. 

So saß ich an einem Sonntagmorgen unter den Zuhörern und lauschte der Botschaft. Der Prediger sprach über das Gesetz Gottes, das jeden Sünder verurteilt. Er sagte, dass alle Menschen den Zorn Gottes verdient haben, weil niemand Gott wirklich liebt und Seine Gebote hält. Der Bruder verkündigte dann das Evangelium und teilte uns mit, dass jeder wahrhaft an Jesus Christus Gläubige völlige Vergebung seiner Sünden erhält und somit von Gottes Verurteilung befreit wird. Alles, was ich an diesem Sonntag hörte, beunruhigte mich zutiefst. Doch von da an zog es mich jeden Sonntag zum Gottesdienst, um der Predigt zu lauschen. 

Das Gehörte überführte mich. Nichts hatte mich bisher innerlich so aus der Fassung bringen können. Gott öffnete mir die Augen für meine Verlorenheit; ich sah plötzlich das Leben, das ich bis dahin geführt hatte, aus einer anderen Perspektive. Ich sah meine Sünde, die vielen Dinge, die falsch waren, völlig falsch – und ich erkannte die Güte Gottes. Ja, diese Güte hatte mich hierhergebracht. Diese Güte hatte mich dazu bewegt, immer wieder zum Gottesdienst zu gehen.

Mein Herz schrie zu Gott. Ich bat Ihn um Gnade und Vergebung meiner Sünden. Dann schaute mich der Prediger an, kam zu mir und betete mit mir. 

Gott nimmt die Reue in deinem Gesicht wahr; was aber noch wichtiger ist: Er sieht, ob diese Reue auch in deinem Herzen ist. Gott kann Seine Gerechtigkeit in dich hineinlegen. Er sieht, ob dein Herz wirklich an Christus glaubt und bereit ist, Gott zu dienen. Wenn du kein wahrer Christ bist, kannst du all diese Dinge nicht verstehen. Du bist erst dann dazu in der Lage, wenn Gott dein Herz erneuert.

Als ich ein Christ wurde – also wirklich errettet wurde –, war mir klar, dass Gott es war, der mich zur Buße geführt hatte, um mir ein völlig neues Leben zu schenken. Und ich bete weiter dafür, dass Er mein Herz immer mehr verändern möge, dass Er mich auf dem richtigen Weg führt und mich lehrt, die Dinge Gottes zu verstehen, weil ich noch so wenig von Christus verstehe. Aber ich weiß, dass der Glaube aus der Predigt kommt. Ich bin ein Beispiel dafür. 

Im April 2020 teilte ich Bruder Niko mit, dass ich mich gern taufen lassen möchte; er war sehr froh darüber. Gemeinsam mit zwei anderen jungen Männern nahm ich an einem Seminar über die Glaubensgrundlagen teil. Weil auf Sizilien gerade der Lockdown begann, blieben wir alle für mehrere Wochen in der Kirche. Gott gab mir dadurch in Seiner Gnade die Möglichkeit, über 6 Wochen lang täglich Sein Wort zu studieren. Als dann im September 2020 Bruder Niko aus Deutschland kam, wurde ich getauft.«

Dieses Zeugnis von Andrew und sein verändertes Leben sind Wunder der Gnade Gottes und Beweise der Kraft des Evangeliums. Aus einem Mann, der sein Leben in der Sünde verbracht hatte, ist ein Mann geworden, der Gottes Wort liebt, der sich nach Gemeinschaft mit Gläubigen sehnt, dem es jetzt wichtig ist, seinen Lebensunterhalt auf ehrliche Weise zu verdienen, um Gott alle Ehre zu geben, und der sich Predigten anhört, um von Männern Gottes lernen zu können, die Heilige Schrift zu verstehen.

Unser Gebet für unseren jungen Bruder Andrew ist, dass Gott ihm Wachstum im Glauben und in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus schenken möge.

 

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