Dennoch bleibe ich stets bei Dir

Kategorie: Artikel
Buch: Psalm

Autor: Niko Derksen

Bibelstelle: Psalm 73

Manchmal erleben wir alle gewisse Krisen oder Prüfungen, die für uns eine große Herausforderung darstellen. Der Psalmist Asaph erzählt uns in seinem Psalm 73, was mit ihm geschehen ist. Er beginnt mit einer Schlussfolgerung – mit dem Ende der Geschichte – und berichtet erst dann, wie er dorthin gekommen ist. Diese Illustration berichtet uns von einem Psalmisten, der eine großartige Erkenntnis über Gott gewonnen hat – und das nur durch seine Glaubenserfahrung!

Asaphs Erkenntnis ist: Gott ist immer gut zu Seinem Volk, besonders zu solchen, die reinen Herzens sind! Was Asaph genau widerfuhr, erzählt er uns nicht. Eins ist klar: Er wurde erprobt, und das war so schmerzhaft, dass er sagte: »Ich aber – fast wäre ich gestrauchelt.«

Was war sein größtes Problem? Er hat die Gottlosen beobachtet und dabei etwas Auffälliges wahrgenommen. »Warum geht es den Gottlosen in dieser Welt gut? Sie werden immer reicher, sie müssen sich nicht abplagen wie andere Menschen, und die täglichen Sorgen, die wir haben, sind ihnen völlig fremd.« Der Psalmist beneidete die Gottlosen, und eben dies war für ihn eine Versuchung, die ihn blind machte für die Wahrheit. Doch wie findet man aus so einer Not wieder heraus?

Manche von uns haben vielleicht schon eine ähnliche Erfahrung gemacht und haben erkannt, wie notwendig es ist, aus der Krise herauszufinden. Wie gelingt es uns? Asaph zeigt uns in seinem Psalm, wie er durch die Gnade Gottes Schritt für Schritt aus seiner Resignation herausfand.

Auf der einen Seite erkannte der Psalmist seine tiefe Not, so dass er sagte: »[Ich] war … töricht und verstand nichts; ich verhielt mich wie ein Vieh gegen Dich.« Doch auf der anderen Seite machte ihn etwas stutzig. »Und dennoch bleibe ich stets bei Dir!« Das heißt, dass er erkannte, dass er immer noch in Gottes Gegenwart war! Damit änderte sich alles! Das war für ihn die befreiende Botschaft!

Nachdem Asaph sein Verhalten vor Gott verurteilt hatte, verstand er, dass Gott ihn trotz all seiner Zweifel nicht verstoßen hat! Diese Erkenntnis war für den Psalmisten überwältigend! Er verstand, dass er eigentlich von Gott verworfen werden müsste; doch dann sagte er: »Und dennoch hält Er mich fest in Seiner Hand!« Er konnte wie David bezeugen: »Er hat nicht mit uns gehandelt nach unseren Sünden und uns nicht vergolten nach unseren Missetaten« (Ps. 103,10).

Lieber Christ, unser Gott ist ein heiliger und gerechter Gott, aber auch ein barmherziger und gnädiger Gott. Haben wir nicht alle Sein Erbarmen immer wieder erfahren? Haben wir es nicht immer wieder nötig, korrigiert und aufgerichtet zu werden? Wir leben in einer Zeit, die uns sehr viel abverlangt; deshalb wollen wir uns mit den Worten gegenseitig ermutigen: »So werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat! Denn standhaftes Ausharren tut euch not, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung erlangt. Denn noch eine kleine, ganz kleine Weile, dann wird Der kommen, der kommen soll, und wird nicht auf sich warten lassen« (Hebr. 10,35-37).

Die Worte des Psalmisten Asaphs sollen uns Christen immer wieder ermutigen, standhaft auszuharren, anstatt an Gottes Güte zu zweifeln; sie sollen uns ermutigen, den Willen Gottes zu tun, bis Jesus Christus wiederkommt. Was auch immer noch auf uns zukommen mag, unser souveräner Herr hat die Kontrolle über das ganze Geschehen auf dieser Erde, und in Seiner Gnade wird Er Sein Volk auch in dunklen Zeiten durchtragen. Das ist unsere Hoffnung und unser Trost!

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Dennoch bleibe ich stets bei Dir

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