Das lebendige Wort Gottes

Kategorie: Artikel
Thema: Gottes Wort
Buch: Hebräer

Autor: Niko Derksen

Bibelstelle: Hebräer 4,12-13

Eine der großen Reformationen im Alten Testament scheint ganz zufällig begonnen zu haben. Josia, der junge König von Juda, hatte dem Hohenpriester Hilkija befohlen, den verfallenen Tempel in Jerusalem zu restaurieren. Josia scheint von aufrichtiger Hingabe motiviert gewesen zu sein, und er war sicher beunruhigt über die Art und Weise, wie der heruntergekommene Zustand des Gebäudes das geistliche Leben des Volkes Israel symbolisierte. Eine Renovierung des Gebäudes konnte jedoch nur oberflächliche Verbesserungen bringen; hingegen im Inneren des Tempels fanden die Arbeiter etwas, das viel mehr auszurichten versprach. Hilkija informierte Josias Schriftführer über die wichtige Neuigkeit von der Baustelle: »Ich habe das Buch des Gesetzes im Haus des HERRN gefunden!« (2.Kö. 22,8). 

Obwohl dies scheinbar zufällig geschah, war offensichtlich eine große Vorsehung am Werk. Josia hatte den Wunsch, Gott zu ehren, indem er den Tempel wieder in Ordnung brachte, und Gott segnete Josia im Gegenzug, indem Er ihm die mächtigste Kraft der Welt für Reformation und Erweckung, für Hoffnung und Freude, für Frieden und Erlösung in die Hände legte. Der Herr hatte dem Volk das Verlorene zurückgegeben, das Wort Gottes selbst, von dem uns der Hebräerbrief sagt, es sei »lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens« (Hebr. 4,12). 

Josia begann damit, das Wort Gottes zu lesen, welches die Arbeiter gefunden hatten, und bald zerriss er seine Kleider, um zu beklagen, was so lange Zeit im Leben Israels gefehlt hatte. Er versammelte die gottesfürchtigsten Menschen, um das Wort Gottes zu studieren. Dann setzten sie das, was sie in der Heiligen Schrift lasen, in die Praxis um, und das Ergebnis war eine Erneuerung des Bundes mit Gott und die Wiederherstellung der Segnungen, die durch den Glauben an Ihn kommen. Was Josia und die Einwohner von Jerusalem vor so vielen Jahren gelernt hatten, lernen gottesfürchtige Menschen seitdem immer wieder. Es ist das, worüber der Apostel Petrus in seinem ersten Brief schrieb: »Ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt« (1.Pt. 1,23). 

1. Das Wort Gottes – lebendig und wirksam

Der Schreiber des Hebräerbriefes ermahnt seine Leser, in der Not an ihrem Glauben festzuhalten. Er besteht darauf, dass ein Versäumnis, an die Botschaft Jesu Christi zu glauben, bedeutet, die große Sabbatruhe, die Gott verkündigen lässt, zu missachten. Solche Aussagen belegt er stets mit der Autorität des Wortes Gottes. Während dieser ganzen Ermahnung hat er seine Argumente auf Zitate aus dem Alten Testament, insbesondere aus dem Psalm 95, gegründet. Dieser Psalm wurde vom König David etwa tausend Jahre vor dem Hebräerbrief geschrieben. David war auch daran interessiert, seine Leser zu ermahnen, und er tat dies, indem er über den Unglauben der Auszugsgeneration nachdachte, der etwa vierhundert Jahre zuvor zu ihrer Vernichtung geführt hatte. Anhand dieses Beispiels schrieb David: »Heute, wenn ihr Seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie bei der Herausforderung, am Tag der Versuchung in der Wüste, wo Mich eure Väter versuchten« (Ps. 95,7-9). 

Es sind diese Worte, die der Hebräerbrief-Schreiber auf seine eigene Generation anwendet. Dabei geht er davon aus – und behauptet dies mutig –, dass die von David geschriebenen Worte nicht nur wichtig sind, sondern auch maßgebend für diejenigen, die sie in seiner eigenen Zeit lasen. Diese Leser hatten die Anfänge der Verfolgung erlebt; vielleicht hatten sie wegen ihres Glaubens an Christus ihre Arbeit oder sogar ihr Eigentum verloren. Doch sein Argument für sie lautet:  Warum sollten sie bereit sein, ihre Arbeit, ihre weltlichen Güter und sogar ihr Leben um Jesu willen zu opfern? Weil die von David gesprochenen Worte nicht nur alte und unbedeutende Worte sind. Es ist das Wort Gottes Selbst, welches auch heute noch lebendig und wirksam ist. Noch viel mehr, mit diesen Worten hängt ihr eigenes Leben zusammen, das entweder von Glauben oder Unglauben geprägt ist.

Das ist der Punkt, den die ersten Worte aus Hebräer 4,12 wiedergeben: »Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam.« Wie kann das sein? Wie können Davids Worte, die ja schließlich die Worte eines Menschen sind, lebendig und wirksam sein? Der Grund dafür wird in diesem ganzen Brief belegt: Weil sie auch die Worte Gottes sind. Bereits im ersten Vers des Hebräerbriefes wird diese Tatsache betont, in dem der Schreiber mit den Worten beginnt: »Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten.« Das ist es, was die Bibel zum Wort Gottes macht. Überall, auch im Hebräerbrief, werden alttestamentliche Zitate angeführt, welche die Worte beinhalten: »Wie Gott gesagt hat«, oder »wie der Heilige Geist spricht«. In Vers 7 von Kapitel 4 lesen wir: »So bestimmt Er [Gott] wiederum einen Tag, ein ›Heute‹, indem Er nach so langer Zeit durch David sagt, …«  

Die Worte, die durch David gesprochen und zu Papier gebracht wurden, sind also nicht in erster Linie als Davids eigene Worte zu verstehen – als Worte eines Menschen –, sondern als die Worte Gottes. Hier müssen wir sehr vorsichtig sein, um die menschliche Urheberschaft der Bibel nicht herunterzuspielen oder gar zu leugnen. Die Bibel wurde von etwa vierzig verschiedenen menschlichen Autoren verfasst. Wie kann dann die Bibel das Wort Gottes sein? Diese Frage zu beantworten war den Aposteln wichtig, denn sie betrachteten die Schreiber des Alten Testaments als maßgeblich für ihre eigenen Leser. Die vielleicht bekannteste Aussage ist die, welche Paulus in seinem zweiten Brief an Timotheus machte: »Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet« (2.Tim. 3,16-17). 

Die Worte der Bibel sind nicht etwa inspirierte Worte von Menschen, die aus ihrer eigenen geistlichen Erkenntnis reden, sondern sie sind aus Gottes Mund gehauchte Worte, die durch die Bibel wiedergegeben werden. Das ist es, was dieses Buch für uns so gewinnbringend macht, wie Paulus es betont. Durch Sein Wort lehrt uns Gott Selbst, weist zurecht und korrigiert uns. Er erzieht uns in der Gerechtigkeit und rüstet uns für jedes gute Werk aus. Wenn wir im Glauben an Gottes Wort herantreten, wenn wir die Lehren der Bibel zu unserem Herzen und Verstand reden lassen – entweder so, wie sie gepredigt werden oder wie wir sie selbst lesen –, dann wird dieses Wort in uns lebendig, weil es von Gott Selbst zu diesem Zweck gesandt ist. Er lebt und wirkt in uns durch Sein lebendiges und wirksames Wort. Deshalb sagte Martin Luther: »Lasst den Mann, der Gott sprechen hören will, die Heilige Schrift lesen.« Der Puritaner Thomas Watson fügt hinzu: »Durch das Lesen anderer Bücher wird das Herz vielleicht erwärmt; aber durch das Lesen der Bibel wird es verwandelt.« 

2. Das Wort Gottes gibt Leben 

Ein weiterer großer Beweis dafür, dass die Bibel lebendig und wirksam ist, hat mit ihrem Inhalt und Zweck zu tun. Sie erzählt nicht nur interessante Fakten und Überzeugungen über unsere christliche Tradition. Nein, sie hat ein übergreifendes Thema: Gottes Werk in der Geschichte zur Erlösung sündiger Menschen. Das ist es, was die Bibel berichtet – nämlich, dass Gott die Sünden Seines Volkes vergeben hat, weil an ihrer Stelle Jesus Christus für ihre Sünden gestorben ist. Und somit ist jeder, der an Ihn glaubt, mit Ihm gestorben und in Christus zu neuem Leben erweckt worden. 

Wie Paulus an den jungen Timotheus schrieb, besteht der Zweck der Bibel darin, uns durch ihre Kraft »weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist« (2.Tim. 3,15). Die Botschaft der Bibel ist Gottes Heilswerk durch Jesus Christus; und der Zweck der Bibel besteht eigentlich darin, dieses Heil den Menschen, die diese Botschaft empfangen und glauben, nahezubringen. Gottes Wort ist lebendig und wirksam in derselben Weise, wie Jesu Worte lebendig und wirksam waren, als Er vor dem Grab Seines toten Freundes stand und rief: »Lazarus, komm heraus!« (Joh. 11,43). Auf Jesu Wort hin erwachte der Tote zum Leben. So ist auch das Wort Gottes, wie wir es in der Bibel vorfinden; es ist nicht nur lebendig, sondern es ist wirksam, indem es uns das Leben vermittelt. Es macht diejenigen lebendig, die geistlich tot sind. 

3. Das Wort Gottes dringt durch 

Der Schreiber des Hebräerbriefes hat uns noch mehr über Gottes Wort zu sagen; er fährt mit einer Erklärung fort, wie es seine Wirkung ausübt.  Das Wort Gottes ist »schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein, und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens« (Hebr. 4,12). 

Die Darstellung des Wortes Gottes als Schwert findet sich häufig in der Heiligen Schrift. Paulus spricht in seiner Beschreibung der Waffenrüstung Gottes vom »Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist« (Eph. 6,17). Johannes berichtet uns in seiner Vision vom verherrlichten Herrn Jesus Christus: »Aus Seinem Mund ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor« (Off. 1,16). Dieses zweischneidige Schwert ist gleichermaßen geeignet, sowohl zu retten als auch zu richten. Was dieses Bild beschreibt, ist die durchdringende oder durchbohrende Kraft von Gottes Wort: »Es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein« (Hebr. 4,12). Es geht dabei um das Eindringen des Wortes Gottes in die innerste Tiefe des menschlichen Wesens. Das Wort dringt gegen alle Widerstände ein, um den ganzen Menschen, nicht nur einen Aspekt seiner Person, zu erfassen. 

Darüber hinaus wird uns gesagt, was das Wort bewirkt, wenn es erst einmal ins Innere des Menschen eingedrungen ist: »Es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnungen des Herzens« (Hebr. 4,12). Wenn das Wort Gottes in unser Inneres eindringt, macht seine Gegenwart unsere wahren Gedanken und Haltungen deutlich; es erkennt und beurteilt unsere Haltung gegenüber dem, der es gesandt hat. Aber wenn es vom belebenden Wirken des Heiligen Geistes begleitet wird, tut es noch mehr: Es verurteilt uns wegen unserer Rebellion gegen Gott und überführt uns; es führt uns wie Schafe zum Guten Hirten.   

Wenn Gott zu uns redet – wie tut Er das heute? – Durch Sein Wort! Wenn wir in der Heiligen Schrift von den vollkommenen Anforderungen des Gesetzes lesen – was geht dann in uns vor, was erkennen wir? – Wir erkennen durch Gottes Urteil über uns, dass wir verdammt und verloren sind. Wohin treibt uns dann diese Erkenntnis über uns? – Sie treibt uns zu Christus, zum Kreuz. Weil wir unsere Sünden nicht mehr länger ertragen können, wollen wir sie loswerden. Also fallen wir vor dem Herrn nieder, weil wir von unseren Sünden überführt wurden. Dann erfahren wir auch in der Bibel, dass wir durch Christus gerechtfertigt sind, weil Er all unsere Sünden hinweggenommen hat, indem Er für uns Sünder am Kreuz starb.  

Das ist es, was Gott durch Sein Wort tut – Er rettet die Elenden, Er findet die Verlorenen, Er macht die Blinden sehend. Gottes Wort ist lebendig und wirksam; es dringt durch, es urteilt und richtet, alles zur Durchführung des großen Erlösungswerkes; das ist seine Botschaft und sein Ziel. Auf sehr unterschiedliche Art und Weise kommen verhärtete Sünder dazu, das Wort Gottes zu hören, und es bringt sie durch den Glauben an Christus zur Errettung.  

Jeder wahre Christ wird bekennen, dass das lebendige Wort Gottes uns gefunden hat; es ist in uns eingedrungen, es hat unsere Gedanken und Einstellungen bloßgestellt, und daraufhin stehen wir verurteilt da. Es ist ein zweischneidiges Schwert, das mit seiner Klinge nicht deshalb über uns steht, um uns das Leben zu geben, sondern um uns zum Tod zu verurteilen. Der Herr fordert Sünder durch Sein Wort auf, Buße zu tun, ihre Sünden zu bekennen und sich Dem hinzugeben, der wirklich erretten kann. Jesus ist nicht gekommen, um die Welt zu verdammen, sondern um sie zu retten. Und doch sagte Er: »Wer Mich verwirft und Meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das Ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag« (Joh. 12,48). 

4. Das Wort Gottes ist allgenugsam 

Wir haben gesehen, dass Gottes Wort lebendig und wirksam ist, ebenso dass seine durchdringende Kraft unsere Gedanken und die Gesinnungen des Herzens richtet, sodass wir uns Gott hingeben. Der letzte Punkt, den wir hier lernen, ist die Allgenugsamkeit von Gottes Wort für all unsere Bedürfnisse in den Fragen des Glaubens und der Heiligung. 

Wir sehen dies in Vers 12, wo ein Vergleich zwischen Gottes Wort und weltlichen Waffen gemacht wird. Es ist »schärfer als jedes zweischneidige Schwert«. Gottes Wort ist nicht nur ein Schwert, sondern im Vergleich zu anderen Waffen auch schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Als Werkzeug für Gottes mächtige Taten ist es mächtiger und durchdringender als das schärfste vom Menschen erdachte Werkzeug. Da Gottes Wort »lebendig und wirksam« ist, ist es in einer Weise wirksam, wie es keine andere Waffe sein kann. 

 Ein weiterer Beweis dafür, dass Gottes Wort für unsere Bedürfnisse ausreicht, findet sich in Vers 13: »Und kein Geschöpf ist vor Ihm verborgen, sondern alles ist enthüllt und aufgedeckt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben.« Gottes Wort ist lebendig und wirksam, es dringt durch und richtet, und außerdem kann ihm nichts entgehen. Interessanterweise setzt der Hebräerbrief-Schreiber hier Gottes Wort mit Gottes Augen gleich. Es deckt jedes Herz, jede Handlung, jede Absicht, jeden Gedanken und jeden Wunsch auf und bringt alles vor den durchdringenden Blick des lebendigen Gottes. Dennoch leben wir heute in einer Zeit, in der viele Christen, die einst für die Wahrheit des Wortes Gottes gekämpft haben, vielleicht sogar verspottet wurden, jetzt das Vertrauen in die Wirksamkeit der Bibel verloren haben. Sie geben zwar zu: Ja, die Bibel ist inspiriert; ja, sie ist nützlich, aber sie muss durch menschliche Mittel und Methoden ergänzt werden. Heute beruht die Evangelisation auf manipulativen psychologischen Tricks; das geistliche Wachstum hängt angeblich von Methoden ab; der Gottesdienst wird mit einem Unterhaltungsprogramm gefüllt.  

Etwas ganz anderes zeigt aber die Botschaft im Hebräerbrief, die besagt, dass dem enthüllenden und aufdeckenden Wort Gottes nichts entgehen kann. Deshalb ist es allgenugsam für all unsere Bedürfnisse. Dies war auch die Lehre des Apostels Paulus. Brauchen wir weltliche Methoden und Hilfsmittel, um die Arbeit in der Gemeinde zu verrichten? Paulus schrieb: »Denn obgleich wir im Fleisch wandeln, so kämpfen wir doch nicht nach Art des Fleisches; denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen, sodass wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Christus« (2.Kor. 10,3-5). 

Wir sollten dessen gewahr werden, welche Kraft uns durch das Wort Gottes zur Verfügung gestellt wird und was für ein Ansporn dies ist, sie in unserem Zeugnis und in unserem eigenen Leben einzusetzen! Was könnten wir zur Rettung von Seelen Besseres tun, als Gottes Wort zu verkündigen und zu lehren?! Ausschließlich das Wort Gottes bringt die Kraft Gottes zum Ausdruck, zu überführen und zu erretten, das steinerne Herz zu zerschlagen und ein neues, fleischernes Herz zum Leben zu erwecken. Bedenken wir die Frage unserer Heiligung, d. h. unseres eigenen Wachstums in der Heiligung. Was könnte wirksamer sein, als das Licht von Gottes Wort auf unser Leben, in unseren Verstand und in unsere Herzen leuchten zu lassen?! Das ist es, was Paulus in Römer 12,2 betont hat: »Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes.« 

So betete Jesus in Johannes 17,17 für unsere Heiligung: »Heilige sie in Deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.« In unserem Abschnitt heißt es, dass Gottes Wort die »Gedanken und Gesinnungen des Herzens« offenbart und richtet. Welch ein Segen ist es, dass dies jetzt geschieht: von Ihm gelehrt, ermahnt und ermutigt zu werden; in diesem Leben schon im Gehorsam gegenüber Gott geformt zu werden, im Wissen, dass Er derjenige ist, »dem wir Rechenschaft zu geben haben«, wie Vers 13 abschließend sagt. 

Denken wir auch an den Trost, den wir Christen beständig brauchen. Trauern oder leiden wir? Werden wir versucht und geprüft? Suchen wir die Gewissheit unserer Errettung? Dann wenden wir uns der Heiligen Schrift zu, die von einem Gott spricht, der für unsere Errettung völlig ausreichend ist. »Er, der sogar Seinen eigenen Sohn nicht verschont hat«, heißt es, »sondern Ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte Er uns mit Ihm nicht auch alles schenken?« (Römer 8,32). 

Zum Schluss möchte ich uns allen noch folgende Frage stellen: Soll in deinem Leben etwas verändert werden? Dann verpflichte dich dem Wort Gottes, lass dich in sein lebensveränderndes Licht stellen und erzähle der Welt, was der Herr an dir getan hat. Das ist es, was gottesfürchtige Prediger im Laufe der ganzen Geschichte getan haben, auch Menschen wie König Josia, durch den Gottes Wort wiedererlangt und dadurch eine ganze Nation erweckt wurde. Gott hat auf Sein Wort große Verheißungen gelegt: »Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, bis er die Erde getränkt und befruchtet und zum Grünen gebracht hat und dem Sämann Samen gegeben hat und Brot dem, der isst – genau so soll auch Mein Wort sein, das aus Meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu Mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was Mir gefällt, und durchführen, wozu Ich es gesandt habe!« (Jesaja 55,10-11). 

Daher kann jedes Werk, das sich auf Gottes Wort stützt, sicher sein, dass es Seinen Segen hat, Sein Ziel erreicht und Ihm Ehre bringt, so wie es auch Seine Kraft zur Errettung bringt. 

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