Warum brauchen wir Gemeinschaft unter Christen?

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Autor: Niko Derksen

Das Christentum ist keine Sache von Einzelpersonen, sondern es besteht in Gemeinschaft. Wenn du die Kämpfe deiner Glaubensgeschwister nicht kennst und ihnen nichts von deinem Kampf mitteilst, dann wirst du folgendes Gebot niemals umsetzen können: »Ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es ›Heute‹ heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde!« (Hebr. 3,13). Dieses Versäumnis wird dazu führen, dass viele unter uns der Sünde zum Opfer fallen.

Dieser Vers ist eine sehr nötige Anweisung für uns heute. Wir sollten wachsam sein über unser eigenes Herz. Da wir von Natur aus leicht dem Bösen anheimfallen, brauchen wir verschiedene Hilfen, die uns zur Gottesfurcht leiten. Wenn du nicht ständig im Glaubensleben ermutigt und angespornt wirst, neigst du dazu, träge zu werden; wenn dein Herz nicht durch Gottes Wort erwärmt wird, wirst du erkalten und abstumpfen.

Die Heilige Schrift ermahnt uns, dass wir uns als Gläubige durch gegenseitige Ermunterung wachrütteln und anspornen sollen, damit Satan sich nicht in unsere Gesinnung einschleicht und uns durch seine Lügen in die Irre führt. Das Wort »ermahnen« impliziert, dass wir täglich nebeneinander hergehen und einander in der Umsetzung des christlichen Glaubens anspornen sollen. Jedes Gemeindemitglied trägt Verantwortung für sein Glaubensleben, aber auch für das der anderen. Wann hast du dich das letzte Mal jemandem mit deinen Sorgen und Nöten anvertraut? Oder wann hast du das letzte Mal jemanden in der Gemeinde in wirklicher Anteilnahme gefragt: In welcher Beziehung kann oder soll ich für dich beten, usw.?

Einander zu ermutigen und anzuspornen ist deine Pflicht als Christ. Aber es ist auch nötig, sicherzustellen, dass keiner von der Gemeinde durch den Betrug der Sünde von der Wahrheit abweicht. »… solange es ›Heute‹ heißt«, lesen wir im obigen Vers – d. h. in der jetzigen Zeit der Prüfungen, mit ihren Chancen und Gefahren, denen wir gegenüberstehen, müssen wir beständig aufeinander achten und einander ermahnen, im Glauben festzustehen. Tust du es? Hast du es überhaupt schon einmal getan? Lieber Christ, es ist deine Pflicht, ja, deine Liebespflicht gegenüber den anderen.

Insbesondere musst du auf die Verführung durch den »Betrug der Sünde« achten. Die Bibel gibt uns diesbezüglich eine Reihe von Beispielen. Sie warnt z. B. oft vor weltlicher Denkweise, die uns durch ihren Betrug in die Irre führen will. Sprüche 12,5 sagt uns, dass »die Ratschläge der Gottlosen trügerisch« sind. Du musst also wachsam sein gegenüber der attraktiven und doch irreführenden Denkweise, die dich in deiner Gesinnung verdirbt. Aber es steht noch schlimmer um uns, denn die Bibel sagt des Weiteren, dass unser eigenes Herz trügerisch ist. Jeremia 17,9 ist der denkwürdigste Vers in diesem Zusammenhang: »Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen?« In Epheser 4,22 sagt uns Paulus, dass unsere menschliche Natur verdorben ist durch ihre trügerischen Begierden. Damit kommen wir dem Problem schon ein ganzes Stück näher; denn hieran erkenne ich, dass ich nicht einmal meinem eigenen Herzen trauen kann. Das sagt die Bibel! Meine Wünsche sind nicht vertrauenswürdig. Wenn du weise bist, dann wirst du erkennen, dass die Dinge, nach denen du dich sehnst, oft töricht und nutzlos, wenn nicht sogar götzendienerisch sind. Deshalb bedarfst du auch der Ermahnung durch die Glaubensgeschwister.

Noch bedrohlicher ist die Gefahr des persönlichen Betrugs. Die Bibel sagt uns, dass der Teufel ein großer Betrüger ist, der die Menschen immer zu betrügen sucht und sie zu Torheit und Unglauben verführt, wie er damals Eva im Garten Eden betrog. Er gibt sich sogar als Engel des Lichts aus (2.Kor. 11,14). Und dann haben wir es auch noch mit der Sünde selbst zu tun, deren Haupteigenschaft sich darin zeigt, dass sie trügerisch ist. Du darfst nicht mit der Sünde spielen, sonst ergreift sie dich und verführt dich. Hast du nicht auch schon diese Erfahrung gemacht?

Die Sünde wirbt mit ihren Vergnügungen, bringt aber Schmerz mit sich. Das Problem ist, dass unsere Herzen so gern bereit sind, sich täuschen zu lassen. Wenn du das realisierst, dass die Sünde ihrem Wesen nach trügerisch ist, dann erkennst du, warum du einen so großen Bedarf an geistlicher Gemeinschaft hast und Ermahnung und Warnung schon in den allerersten Momenten der Versuchung brauchst. Du und ich brauchen Hilfe, um über die geistlich gefährlichen Umstände wachsam zu sein, mit denen wir konfrontiert sind. Deshalb müssen wir einander ermahnen, damit nicht einige von uns der Täuschung der Sünde zum Opfer fallen, ja sogar der Verhärtung unseres Herzens gegen Gott. Du solltest diese Verantwortung als eine heilige Verpflichtung betrachten und völlige Treue darin zeigen, denn sie ist Gottes Gnadengeschenk für Seine Kinder, um sie zu bewahren.

Die Gemeinschaft in der Gemeinde, einschließlich Gebet, Bibelstudium und sinnvoller Freundschaft, ist ein starker Schutzschild gegen den Betrug der Sünde; in einer solchen Gemeinschaft verliert die Sünde ihre Kraft, und du wirst im Glauben und Gehorsam gestärkt. Welch eine großartige Aufgabe ist das! Sie ist der Mühe und ein echtes Opfer wert.

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