Gott wohlgefällig leben

Kategorie: Artikel

Autor: Niko Derksen

Unsere Gesellschaft feiert heute den Stolz (Pride); doch unser Herr Jesus ruft uns zur Selbstverleugnung auf: »Wenn jemand Mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge Mir nach!« (Lk. 9,23). Dieser Ruf wirkt für viele hart; doch eigentlich ist es ein Ruf der Gnade. Indem Jesus uns zum Sterben aufruft, rettet Er uns in Wahrheit vor dem ewigen Tod.

Indem wir uns selbst verleugnen, schenkt der Herr uns ein reiches und erfülltes Leben. Wenn wir Nachfolger Jesu sind, dann hat unser Leben einen ewigen Sinn und ein dementsprechendes Ziel. Doch wenn wir uns an unser irdisches Leben festklammern, werden wir die ewigen Dinge nie wirklich verstehen noch genießen können. Menschen sollten sich fragen: »Warum arbeiten wir so hart für etwas, was uns nie wirklich Zufriedenheit geben wird? Warum investieren wir so viel Zeit und Geld in Dinge, die uns nie erfüllen werden?« 

Das erstaunliche Leben in Christus, das uns den echten Sinn und das ewige Ziel, wahre Freude und Erfüllung gibt, ist nicht in den vergänglichen Dingen dieser Welt zu finden. Erst wenn wir uns selbst verleugnen, unser Kreuz auf uns nehmen und unserem Herrn nachfolgen, beginnen wir, solche Menschen zu sein, die die ewigen Dinge erkennen und bereit sind, dafür zu leben. 

Manchmal verlieren Christen, wenn sie schon länger im Glauben stehen, das Ziel aus den Augen und gleichzeitig die Freude an den ewigen Dingen. Irgendwie läuft vieles so selbstverständlich ab; man geht zur Arbeit, gründet eine Familie, erwirbt sich eine Wohnung; die Kinder werden größer oder verlassen schon das Zuhause; man genießt Urlaubsreisen, nimmt sonntags am Gottesdienst teil, und so geht es immer weiter. Als man noch jung im Glauben war, da war die Freude im Herrn und die Hingabe an Ihn und Seine Gemeinde vielleicht noch groß, die ewigen Dinge waren das Ziel; doch jetzt findet man weder Freude noch Erfüllung darin. Die vergänglichen Dinge scheinen in den Vordergrund gerückt und sogar zum Sinn des Lebens geworden zu sein. Und wir fragen uns vielleicht: »Warum ist jetzt alles anders? Wo bleibt der Eifer für den Herrn und das erfüllte Leben?«

Ein Grund dafür kann sein, dass wir als Christen nicht mehr der Heiligung nachjagen. Es ist äußerst notwendig, dass wir wieder zu einem heiligen Hass auf die Sünde zurückfinden. Das ist für die ganze Gemeinde notwendig, aber auch für jeden Christen persönlich. Sicherlich ist Sünde kein erfreuliches Thema, aber es ist nötig, darüber zu sprechen. Unsere Gesellschaft, die immer mehr in Unmoral und Perversion versinkt, kann von der Braut Christi, der wahren Gemeinde, nur dann positiv beeinflusst werden, wenn sie in Reinheit lebt und sich von ganzem Herzen darum bemüht, sie durch das kraftvolle Evangelium zur Buße zu rufen.  

Wenn hingegen die Gemeinde der Welt immer ähnlicher wird, hat sie ihr nichts mehr zu sagen. Die Botschaft hat dann keine Kraft; sie besteht oft nur in menschlicher Weisheit und kann somit nur den Verstand und die Gefühle anregen; aber sie überführt nicht das Herz. Paulus schrieb den Korinthern über seine Botschaft: »Meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit beruhe, sondern auf Gottes Kraft« (1.Kor. 2,4-5).

Damit unsere Botschaft eine Auswirkung auf unsere Gesellschaft hat, müssen wir zunächst selbst ein geheiligtes Leben führen. Wir müssen unsere Sünde so sehen, wie sie ist. Eine unzulängliche Sicht in Bezug auf die eigene Sünde macht uns kraftlos und untauglich für jeden Dienst im Reich Gottes. Wer sich selbst nicht als jämmerlich sündig erkennt, wird die notwendigen Schritte zum Ablegen der Sünde nie tun. Deshalb dürfen wir den Ernst unserer Sünde nicht unterschätzen. 

Lieber Leser, wenn du erkennst, dass dein Gewissen abgestumpft ist, musst du den Ernst deines Zustandes erkennen und Buße tun. Bitte Gott um ein reines, empfindsames Gewissen und arbeite intensiv daran, alle Sünde in deinem eigenen Leben abzulegen. 

Wenn wir als Christen für den Herrn wirken und fruchtbar sein wollen, dann sollten wir nach einem Gott wohlgefälligen Leben streben – sowohl in unserem persönlichen Leben als auch in unseren Familien. Und wenn die Gemeinde Jesu nach Reinheit und Selbstverleugnung strebt, das Kreuz täglich auf sich nimmt und Jesus wirklich nachfolgt, wird das eine gewaltige Auswirkung auf unsere Familien, unsere Umgebung und auf unser ganzes Land haben. 


 

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