Es ist Gnade, um Christi willen zu leiden

Autor: Niko Derksen

Ist es ein Privileg, für Christus zu leiden? 

Wenn wir Apostelgeschichte 5 lesen, dann sehen wir, wie die ersten Christen auf Leid reagierten. Als die Apostel vor dem Hohen Rat standen, wurde ihnen verboten, im Namen Jesu zu reden, und man ließ sie auspeitschen. Was war ihre Reaktion darauf? »Sie nun gingen voll Freude vom Hohen Rat hinweg, weil sie gewürdigt worden waren, Schmach zu leiden um Seines Namens willen« (Apg. 5,41).

Viele Christen von heute haben sich in einem »Wohlfühl-Christentum« eingenistet; dabei macht sich eine unbiblische Einstellung breit gegenüber Leid und Verfolgung in ihrem eigenen Leben. Zu der ganz natürlich vorhandenen Abneigung gegen Schmerz und Schwierigkeiten kommt bei vielen Christen noch die Ansicht hinzu, dass Nöte auf ihrem Lebensweg nicht einmal auftreten dürften. Tauchen dennoch wider Erwarten verschiedenartige Belastungsproben auf, so bringen sie diese keinesfalls mit Gott in Verbindung. Völlig anders war es bei den ersten Christen.

Wenn wir als Nachfolger Jesu nicht damit rechnen, dass wir zum Leiden berufen sind, und wenn wir dies nicht als ein Privileg ansehen, dann werden wir versuchen, jedem Leid und jeder Verfolgung aus dem Weg zu gehen, oder wir werden schnell Kompromisse schließen. Auf der anderen Seite stehen wir in Gefahr, dass wir zwar bereit sind, Leid zu ertragen und uns für gewisse Dinge einzusetzen, doch wir müssen uns fragen: Ist es wirklich ein Leiden »um der Gerechtigkeit willen« (Mt. 5,10)? Martyn Lloyd-Jones sagt: »Wir können großes Leid über uns bringen – wir können uns große Schwierigkeiten bereiten, die völlig unnötig sind –, nur weil wir seltsame Vorstellungen haben, oder weil wir auf Grund einer falschen Selbstgerechtigkeit solches heraufbeschwören.« Manche sind bereit, für ihre eigenen Prinzipien oder für politische Überzeugung zu leiden, doch wir müssen verstehen: Die Verheißung unseres Herrn richtet sich nur an diejenigen, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden.

Der Apostel Paulus sagt, dass den Philippern »die Gnade verliehen [wurde], nicht nur an Ihn zu glauben, sondern auch um Seinetwillen zu leiden« (Phil. 1,29) – es ist also eine Gnade, die den Gläubigen verliehen wird. Und bei seinem Brief an Timotheus führt er es noch weiter aus: »Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden« (2.Tim. 3,12). Auch Jesus lehrt uns, dass wir mit Schwierigkeiten zu rechnen haben: »In der Welt habt ihr Bedrängnis« (Joh. 16,33). Wir müssen lernen, Leid und Verfolgung aus Seiner Hand anzunehmen und sie geduldig zu ertragen – ohne zu murren oder um uns zu schlagen. Unser Herr möchte, dass uns diese Erfahrungen, so hart sie uns auch treffen mögen, zum Guten dienen – Er möchte, dass wir dadurch im Glauben gestärkt und geläutert werden. 

Liebe Geschwister, ich wünsche von ganzem Herzen, dass dieses Magazin Sie ermutigt, belebt und Ihnen neue Einsichten schenkt bezüglich Verfolgung, Leid und der Frage, wie man als Christ kompromisslos in dieser Welt leben kann. Ich bete darum, dass alle falschen Vorstellungen verschwinden, damit wir erkennen, dass wir durch stilles Leiden immer mehr in das Bild Christi umgestaltet werden. 


 

 

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Es ist Gnade, um Christi willen zu leiden

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