Errettet durch Gottes Gnade – Afghanistan

»Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus!«
Apostelgeschichte 16,30-31

 

»Wenn Gott gut und gerecht ist, wie kann Er mir dann meine Sünden vergeben?«, fragte sich Farid, ein junger afghanischer Moslem.

Diese Frage kennt der Gläubige nur zu gut. Wie oft erleben wir es, dass Menschen sich solche Fragen stellen! Wie kommt jemand dazu, überhaupt solche Fragen zu stellen? Die Bibel sagt dazu: »Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort« (Röm. 10,17). 

Wer ist Farid, und wo hat er gehört, dass Gott gerecht ist und er selbst ein Sünder? Um das zu erfahren, gehen wir etwa eineinhalb Jahre zurück.

Wie so oft, denken die afghanischen Missionare Djamal und Jamila dankerfüllt an ihre Errettung. Sie waren früher Moslems und dienten einem Abgott. Ihr Leben war trostlos; doch durch Gottes Gnade erkannte Djamal, dass er wegen seiner Sünde unter dem Zorn Gottes steht. Wie der verzweifelte Kerkermeister in Apostelgeschichte 16, sehnte er sich nach Errettung und bekam im Wort Gottes die heilsame Antwort: »Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden …!« (V. 31). 

Auch Jamila wurde durch Gottes Gnade errettet, nachdem ihr Mann 2 Jahre lang immer wieder bezeugt hatte, dass Jesus Christus der einzige Weg zu Gott ist, und nachdem er in jener ganzen Zeit ihre Boshaftigkeiten geduldig ertragen hatte. Jamila sagte: »Er hat mir von Jesus Christus erzählt: dass Er nicht Böses mit Bösem vergalt, sondern voller Gnade und Wahrheit war, und vieles mehr. Diese Charakterzüge entdeckte ich auch bei meinem Mann. Ich provozierte ihn, und er schlug mich nicht, wie er es früher tat. All meine Schlechtigkeit erwiderte er mit Liebe und Verständnis.«

Was sie nun seit Jahren beschäftigt, ist die Frage: Werden auch unsere Kinder, unsere Geschwister und unsere Eltern errettet? Wie können wir unsere Lieben mit dem Evangelium erreichen? Was Djamal und Jamila dann taten, war das Beste, was sie tun konnten: Sie begannen den Herrn um Gnade und Errettung ihrer Familie, Verwandten und Freunde anzuflehen. Und sie gaben ihnen unermüdlich Zeugnis – durch einen gottesfürchtigen Lebenswandel und durch Freundlichkeit und Liebe denen gegenüber, die ihnen das Leben so schwer machen.

Als ihre Verwandten von ihrem Glauben an Jesus Christus erfuhren, wollten sie ihre ganze Familie töten. Die Situation wurde unerträglich, sodass sie gemeinsam wegzogen und lange Zeit keinen Kontakt mehr zu den Verwandten hatten. Doch diese Gläubigen hörten nie auf, für ihre Eltern und Geschwister zu beten.

Jetzt ist es schon einige Jahre her, seitdem sie wieder Kontakt zu ihrer Familie aufgenommen haben. Verwandte besuchten sie, und vor über einem Jahr kam auch Jamilas Bruder für einige Zeit zu ihnen. Es war Farid, jener junge afghanische Moslem. Bei Djamal und Jamila hörte er zum ersten Mal das Evangelium. Sie erklärten ihm den Rettungsplan Gottes und beteten vermehrt darum, dass Gott ihm Augen und Herz für diese Botschaft öffnen und ihn erretten möge. Und Gott weckte in ihm den Hunger nach Seinem Wort. Kaum ein Tag verging, an dem Farid nicht etwas aus der Bibel lernte. Sie hatten oft lange Gespräche über Gottes Wort, und Farid las auch selbst viel in der Bibel, die er von seiner Schwester bekam. Wochen- und monatelang las und forschte er nach der Antwort auf seine quälenden Fragen: Wie kann ein gerechter Gott einem Sünder vergeben? Ist Jesus wirklich Gottes Sohn? 

 

Eine schlaflose Nacht

In einer Nacht im Dezember konnte Farid nicht schlafen, dachte die ganze Zeit nach und kämpfte mit seinen Gefühlen. Einerseits wollte er glauben, was die Bibel sagt; andererseits konnte er immer noch nicht verstehen, dass Jesus Christus der einzige Weg ist, und dass kein einziges seiner eigenen Werke, ja nicht einmal regelmäßige Gebete, etwas zu seiner Erlösung beitragen können, was er doch von Kindheit an als Moslem gelernt und geglaubt hatte. Könnte Gott ihm wirklich alle Sünden vergeben und ihn annehmen? Und hinzu kam noch die Angst vor dem, was kommen würde – Angst vor den Konsequenzen, die ein Bekenntnis zu Jesus Christus unweigerlich mit sich bringen würde: Verfolgung und vielleicht sogar der Tod durch Steinigung oder Enthauptung. Aber er brauchte Erlösung von seinen Sünden! Er sehnte sich danach! So konnte er nicht weiter-
leben! 

Musste Jesus Christus nicht auch leiden? Hatte Er nicht den Bösen und den Tod besiegt? Doch, das hatte Er! Und ist Christus nicht wieder zurück in die Herrlichkeit zum Vater gegangen und hat versprochen, dass diejenigen, die Ihm hier auf Erden glauben und Seinen Willen tun, Ihm auch eines Tages in die Herrlichkeit beim Vater folgen würden? Doch, davon spricht die Bibel ganz eindeutig. Die Bibel sagt auch, dass denjenigen, die an Ihn glauben, alle Dinge zum Besten dienen (Röm. 8,28-39). Was kann einem Christen die Verfolgung auf Erden schon anhaben, wenn ihn doch eine viel bessere Zukunft erwartet?! Aber ist Christus denn auch für seine, Farids, Sünden gestorben?

Jesus sagt: »Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat« (Joh. 3,16). – Jeder, der an Ihn glaubt!

Endlich, ja endlich konnte Farid glauben, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist. In derselben Nacht tat der geplagte junge Mann Buße über seine Sünden und vertraute auf das Erlösungswerk Jesu Christi. Der Morgen brach an, und Farid hatte Frieden in seinem Herzen – Frieden mit Gott! Diese Gewissheit überwältigte ihn, so etwas hatte er nie gekannt. Er blieb noch für eine Weile bei seinem Schwager und lernte begierig aus Gottes Wort. Doch dann ging er nach Hause, denn ihm wurde bewusst, dass auch seine Familie Erlösung braucht. Es ist ein erstaunliches Werk Gottes: Er zerbricht ein steinhartes Herz!

Djamal und Jamila beten weiter und sind voller Zuversicht, dass Gott, der Sein Werk in Farid begonnen hat, es auch vollenden wird!

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