Warum die Bibel so wichtig ist (Teil 1)

7 Januar, 2026

Kategorie: Bücher, Erbauung

Warum die Bibel so wichtig ist (Teil 1)

Für jeden Christen ist es von höchster Bedeutung, dass er weiß, wie man die Bibel studiert. Wir sollten in der Lage sein, uns selbstständig in Gottes Wort zu vertiefen und die in der Bibel enthaltenen Schätze zu bergen. Ich denke oft an die Worte Jeremias: »Als ich Deine Worte fand, da verschlang ich sie; Deine Worte sind mir zur Freude und Wonne meines Herzens geworden« (Jer. 15,16). Das Wort Gottes ist eine gewaltige Kraftquelle. Deshalb sollte ein Christ nicht in seiner Fähigkeit behindert sein, Gottes Wort selbstständig zu studieren.

Walter Scott, ein britischer Schriftsteller, Dichter und hingebungsvoller Christ, sagte auf dem Sterbebett zu seinem Sekretär: »Bringen Sie mir das Buch!« Sein Sekretär blickte auf die Abertausenden von Büchern in seiner Bibliothek und fragte: »Welches Buch denn, Dr. Scott?« Und er erwiderte: »Nun, das Buch, die Bibel – das einzige Buch für einen Sterbenden.« Und ich möchte hier hinzufügen, dass die Bibel nicht nur das einzige Buch für einen Sterbenden, sondern auch das einzige Buch für einen Lebenden ist, weil es ebenso das Wort des Lebens wie die Hoffnung im Tode ist.

Wir begegnen dem Wort Gottes also mit großer Begeisterung und Vorfreude. Doch bevor wir uns damit befassen, wie man die Bibel studiert, müssen wir erkennen, wie wichtig es ist, sie zu studieren und klar dazu stehen, dass die Bibel das Wort Gottes ist. Sie enthält weder die Ansichten einzelner Menschen noch menschliche Philosophie, noch irgendjemandes Gedanken, noch ist sie eine Sammlung von den besten Gedanken der besten Menschen – sie ist das Wort Gottes. Folglich gibt es hinsichtlich der Bibel einige Dinge, die wir wissen müssen.

1. Die Bibel ist unfehlbar

Die Bibel enthält in ihrer Gesamtheit keine Fehler. Insbesondere ihre ursprünglichen Handschriften sind fehlerlos. In Psalm 19,8 sagt die Bibel über sich selbst: »Das Gesetz des HERRN ist vollkommen.« Sie ist fehlerlos, weil Gott Selbst sie verfasst hat – und Er ist ohne Fehler. Wenn also Gott die Bibel verfasst hat, Er die oberste Autorität ist und Sein Charakter fehlerlos ist, dann ist auch die Bibel fehlerlos und die oberste Autorität. Denn weil Gott vollkommen ist, mussten auch die Originalhandschriften, also die ursprünglichen Niederschriften des Wortes Gottes, vollkommen sein. Somit ist die Bibel unfehlbar, und das ist der erste Grund, sie zu lesen: Sie ist das einzige Buch, das nie einen Fehler macht – alles, was darin steht, ist die Wahrheit.

Es gibt noch ein zweites Wort, mit dem wir die Bibel beschreiben, nämlich:

2. Die Bibel ist irrtumslos

Die Bibel ist nicht nur in ihrer Gesamtheit unfehlbar, sondern auch irrtumslos in ihren Einzelteilen. In Sprüche 30,5-6 heißt es: »Alle Reden Gottes sind geläutert … Tue nichts zu Seinen Worten hinzu, damit Er dich nicht bestraft und du als Lügner dastehst!« Also ist jedes Wort von Gott rein und wahr.

Die Bibel ist aber nicht nur unfehlbar und irrtumslos, sondern auch:

3. Die Bibel ist vollständig

Der Bibel ist nichts mehr hinzuzufügen. Das mag für manche Menschen eine Überraschung sein, weil heutzutage einige glauben, dass wir zusätzliche Offenbarungen bräuchten. Es gibt eine philosophisch beeinflusste theologische Richtung, die sogenannte Dialektische Theologie. Sie besagt, dass die Bibel bloß ein damaliger Kommentar zu menschlichen Gotteserfahrungen sei und dass die Menschen heute immer noch geistliche Erfahrungen machen, weshalb die Menschheit weitere solcher Kommentare brauche. Jemand hat sogar behauptet, dass wir eine Bibel bräuchten, die heute geschrieben werde, so wie damals, als die Bibel geschrieben wurde, die wir in Händen haben, weil wir jemanden bräuchten, der kommentiere, was Gott heute tut. Er ist sogar der Meinung, dass der Tom und die Mary, die in Ihrer Gemeinde aufstehen und sagen: »So spricht der Herr …«, ebenso von Gott inspiriert seien wie Jesaja, Jeremia und alle anderen Propheten.

Mit anderen Worten: Sie behaupten, dass die Bibel unvollständig sei. Das ist die gegenwärtige philosophisch-theologische Meinung. Doch lesen wir am Ende des letzten Buchs der Bibel, der Offenbarung: »Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht; und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt, und von den Dingen, die in diesem Buch geschrieben stehen« (Off. 22,18-19). Die Bibel endet mit der Warnung, nichts wegzunehmen und nichts hinzuzufügen. Das ist ein Zeugnis für ihre Vollständigkeit. Sie ist in ihrer Gesamtheit unfehlbar, in ihren Einzelteilen irrtumslos, und sie ist vollständig.

Eine vierte Eigenschaft der Bibel ist:

4. Die Bibel ist autoritativ

Wenn die Bibel vollkommen und vollständig ist, dann ist sie das letzte Wort – die oberste Autorität. In Jesaja 1,2 heißt es: »Hört, ihr Himmel, und horche auf, o Erde; denn der HERR hat gesprochen.« Wenn Gott spricht, hören alle und gehorchen, denn Er besitzt die oberste Autorität. Wir können über die Konsequenzen, Anwendungen und Bedeutungen der Bibeltexte diskutieren, aber wir sollten nicht darüber diskutieren, ob sie wahr ist oder nicht.

In Johannes 8 wurde Jesus von einigen der jüdischen Machthaber zur Rede gestellt, und es waren auch noch andere Menschen dabei. In den Versen 30 und 31 steht: »Als Er dies sagte, glaubten viele an Ihn. Da sprach Jesus zu den Juden, die an Ihn glaubten: Wenn ihr in Meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig Meine Jünger.« Mit anderen Worten: Er verlangte eine Reaktion auf Sein Wort, weil es autoritativ ist.

In Galater 3,10 heißt es: »Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben steht, um es zu tun.« Das ist eine gewaltige Behauptung der absoluten Autorität. In Jakobus 2,9-10 lesen wir: »… wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter verurteilt. Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden.« Wenn wir in einem einzigen Punkt gegen die Bibel verstoßen, brechen wir Gottes Gesetz. Die Bibel ist in allen ihren Teilen autoritativ.

 


Ein Auszug aus dem Buch:

Wie man die Bibel studiert

»Wie man die Bibel studiert« ist ein motivierender Ratgeber, der beides beantwortet – das »Warum« und das »Wie« des Bibelstudiums. In diesem Werk untersucht John MacArthur verschiedene Bibelstellen im Alten und Neuen Testament. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung führt er den Leser in praktischen Schritten zu größerem Gewinn im Erforschen der biblischen Wahrheiten.

Jeder Teil wird durch Fragen für einen Rückblick und Gedanken für eine persönliche Reflexion bereichert. Dieses gründliche, aufschlussreiche und prägnante Werk dient als hervorragendes Hilfsmittel für das persönliche oder das gemeinsame Bibelstudium.

 

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Warum die Bibel so wichtig ist (Teil 1)

von Sam Derksen Lesezeit: 5 min