Christus kam, um die verlorenen zu suchen und zu retten

Kategorie: Andachten
Buch: Lukas

Bibelstelle: Lukas 19,5.9-10


»Und als Jesus an den Ort kam, blickte Er auf und sah ihn und sprach zu ihm:
Zachäus, steige schnell herab; denn heute muss Ich in deinem Haus einkehren! … 

Und Jesus sprach zu ihm:
Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist; denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.«

 

Die Worte des folgenden Kinderliedes gehen auf Lukas 19 zurück:

Zachäus war ein kleiner Mann,
ein sehr kleiner Mann war er;
Er stieg auf einen Maulbeerbaum,
denn der Heiland kam daher.

Der Heiland suchte diesen Mann
– Er wäscht die Herzen rein! –
Und sprach: Zachäus, steig herab!,
denn bei dir kehr’ Ich heut’ ein!

Es ist kein schlechtes Lied, aber es gibt nur einen Teil der Geschichte richtig wieder. Außerdem betont es das falsche Problem. Das große Problem ist nicht, dass Zachäus klein war, sondern dass er verloren war. Er war reich und mächtig, aber völlig verloren. Er hatte viele Schätze auf Erden, aber keinen im Himmel. Er hatte sich für sein Leben einen Plan zurechtgelegt, in der Hoffnung, im ständig zunehmenden Besitz von Gütern Erfüllung zu finden. Aber während er seine Seele für Geld und Macht verkaufte, entfernte er sich vom Weg zum ewigen Leben immer weiter weg. Die Frohe Botschaft für Zachäus und für jeden Sünder ist, dass Jesus gekommen ist, um die Verlorenen zu suchen und zu retten.

Als Jesus sagte, Er sei gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist, sprach Er in erster Linie von den verlorenen Schafen Israels (Mt. 15,24). Zachäus war eines dieser verlorenen Schafe. Er war ein Sohn Abrahams nach dem Fleisch – das heißt, er war von Geburt an Jude. Obwohl er sicher im Gesetz unterwiesen und erzogen wurde, wurde er durch seinen eigenen Unglauben und den Götzendienst des Reichtums aus dem Reich Gottes ausgeschlossen. Er war einer der Juden, die Paulus in Römer 9,4 beschreibt: einer der Israeliten, »denen die Sohnschaft und die Herrlichkeit und die Bündnisse gehören und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen«. Dennoch kannte er die Gerechtigkeit Gottes nicht und versuchte stattdessen, seine eigene Gerechtigkeit aufzurichten (Röm. 10,3). Schlimmer noch, er setzte seine Hoffnung nicht auf den lebendigen Gott, sondern »auf die Unbeständigkeit des Reichtums«, um Sicherheit und Glück im Leben zu erlangen (1.Tim. 6,17). Infolgedessen war er verloren. 

Manche, die in christlichen Familien aufgewachsen sind, sind heute wie Zachäus. Sie haben so viel vom Evangelium gehört und so viele Privilegien erhalten, aber sie sind völlig verloren.

Aber Jesus ist nicht nur für die verlorenen Schafe Israels gekommen. Christus sagte: »Und Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind« (Joh. 10,16). Diese anderen Schafe sind ebenfalls verloren. Die »Herde« Gottes stellt die Erlösten Gottes dar – die lebendige Gemeinde, die durch ein gemeinsames Bekenntnis des Glaubens an ihren Hirten Jesus Christus miteinander verbunden ist. Außerhalb dieser Herde haben die Menschen keine Hoffnung und kein wahres Leben.

Erinnerst du dich an das letzte Mal, als du ein Außenseiter warst? Wenn ja, dann weißt du, wie man sich fühlt, wenn man mit wahren Christen zum Gottesdienst geht und doch verloren ist. Du lebst mit dem beunruhigenden Gefühl, dass du nicht dazugehörst und dass dir das verwehrt bleibt, was anderen geschenkt wurde. Viele im Volk Gottes können sich daran erinnern, wie es ist, ohne Christus, ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt zu sein (Eph. 2,12). Einige haben auf diese Weise in der Welt gelebt, während andere inmitten der Gemeinde belehrt und zur Buße gerufen wurden. Beide Personengruppen haben das gleiche Gefühl, dass sie Gott und der Gnade gegenüber fremd sind.

Jesus ist gekommen, um diese verlorenen Menschen zu suchen und sie zu retten. Gott ist in Christus ein suchender Gott (Lk. 15,3-6). Der britische Dichter Francis Thompson aus dem 19. Jahrhundert nennt Gott warmherzig in einem gleichnamigen Gedicht den »Jagdhund des Himmels«. Der Autor erzählt, wie er bewusst vor Gott floh, aber sein ganzes Leben lang spürte er, dass er von Füßen verfolgt wurde, die sich »in unaufhaltsamer Jagd ohne Eile und mit unbeirrtem Schritt« bewegten, um ihn zum Heil zu führen. 

Als Christus zu dem Baum kam, auf dem Zachäus saß, rief Er den kleinen Mann bei seinem Namen. In Anbetracht seines Berufes als Zöllner wurde sein Name wahrscheinlich oft mit Spott oder Abscheu ausgesprochen. Aber Jesus sprach seinen Namen mit Wertschätzung, Eifer und Entschlossenheit aus. Zweifellos zu seiner eigenen Überraschung reagierte Zachäus schnell und freudig auf Jesus (V. 6). Der Herr kannte Zachäus beim Namen! Und durch Gottes Gnade erkannte Zachäus den Klang der Stimme seines Hirten und folgte Ihm (Joh. 10,16.27)!

Zachäus war aus Neugierde auf einen Baum geklettert, weil er Jesus sehen wollte. Aber Gott führte ihn zu diesem Baum, damit er Christus begegnen konnte. Christus rief ihn vom Baum herunter, um bei ihm einzukehren und sein Leben völlig zu verändern. 

 

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