Deshalb hören wir auch seit dem Tag, da wir es vernommen haben, nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis Seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, damit ihr des Herrn würdig wandelt und Ihm in allem wohlgefällig seid: in jedem guten Werk fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend.
Kolosser 1,9-10
Es war das innige Gebet des Apostels Paulus, dass die Kolosser mit der Erkenntnis Gottes erfüllt würden, damit ihr Leben dem Herrn würdig und in allem wohlgefällig sei. Auch für uns durfte dieses Gebet in den vergangenen Monaten durch die Bibelseminare der RBG Reichshof mit dem Thema »Vom inneren Kampf zur festen Hoffnung« lebendig werden. Durch eine klare, schriftgebundene und christuszentrierte Auslegung des Wortes Gottes durften wir die Kraft des Evangeliums und die Herrlichkeit der Gnade Gottes auf besondere Weise erkennen und erleben.
Die Pastoren gruben tief im Wort Gottes und förderten Schätze zutage, die uns Gottes herrliche Souveränität, Seine liebende Treue und Seine bewahrende Gnade eindrücklich vor Augen führten. Anbetend durften wir darüber staunen, wie Er Seine geliebten Kinder selbst in den dunkelsten und tiefsten Tälern seelischer Nöte nicht loslässt, sondern sie trotz aller Schwachheit, trotz verzagter und wankelmütiger Herzen trägt, bewahrt und aufrichtet.
War nicht genau dies das Anliegen aller Schreiber der Heiligen Schrift, uns die Herrlichkeit Gottes vor Augen zu malen, damit jeder, der diese göttlichen Worte hört oder liest, sich anbetend vor Ihm niederbeugt und Ihm Ehre, Lob, Preis und Anbetung darbringt? Genau dahin wurden wir durch diese segensreichen Bibelseminare, die wertvollen Gemeinschaften mit lieben Glaubensgeschwistern und vor allem durch das Wirken des Heiligen Geistes geführt.
Anhand verschiedener Abschnitte aus der Heiligen Schrift wurden Themen wie Zweifel, Anfechtungen, Gottes Gnade und die feste Gewissheit und Hoffnung behandelt, die wahre Gläubige in Jesus Christus besitzen.
Durch die tiefgehende Betrachtung des Psalms 73 wurde uns gezeigt, dass selbst treue und gottesfürchtige Männer wie Asaph ins Straucheln geraten und in die ernste Gefahr des Abfallens kommen können. Gleichzeitig haben wir aber auch gesehen, dass Gott Seine Kinder niemals sich selbst überlässt.
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- ER ist es, der sie aufrichtet, wenn sie straucheln und fallen.
- ER ist es, der sie zurück in Sein Heiligtum führt, ihnen Seine Herrlichkeit neu vor Augen stellt und ihre Herzen wieder ganz auf Ihn ausrichtet.
- Und ER ist es, der sie auch bis ans Ende bewahren wird.
Ja, Gott lässt es manchmal zu, dass wir wie Petrus auf dem See Genezareth sinken und in Todesangst geraten. Aber Er lässt uns niemals untergehen. Er streckt uns Seine rettende Hand entgegen und zieht uns aus diesem Sumpf der Verzweiflung, Angst und Schwachheit heraus. Paulus bringt diese ewig gültige Wahrheit auf den Punkt, wenn er den Thessalonichern in seinem zweiten Brief zusichert: »Der Herr ist treu; Er wird euch stärken und bewahren vor dem Bösen« (2.Thess. 3,3).
Auch der Apostel Paulus musste diese schmerzhafte Erfahrung machen, dass Schwachheiten und innere Kämpfe zum Leben eines jeden wahren Gläubigen gehören, solange er noch im Fleisch ist. Diese innere Not bringt er in dem Ausruf zum Ausdruck: »Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?« Dabei hat die Auslegung von Römer 7 unsere Blicke nicht auf Paulus’ Verzweiflung oder unsere eigene Unfähigkeit gelenkt, sondern auf Christus. Denn gleich im nächsten Vers weist er auf die einzige Hoffnung hin: »Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!« (V. 24-25).
Wer kennt es nicht: das Klagen über die eigene Schwachheit, das ständige Versagen im täglichen Kampf gegen Versuchung und Begierde sowie die Erschöpfung durch die täglichen Herausforderungen in Haushalt und Familie? Dennoch dürfen wir Trost darin finden, dass geistliche Kämpfe nicht Gottes Strafe für Seine Kinder sind, sondern Sein scharf geschliffenes Werkzeug, um uns zu heiligen und näher an Sein Herz zu ziehen.
Christus HAT Seine Kinder bereits erlöst und Er wird sie auch ENDGÜLTIG erlösen!
Er schenkt uns täglich neue Kraft und lässt uns an Seinem Sieg teilhaben, weil Er dort, am Kreuz auf Golgatha die entscheidende Schlacht geführt und den vollkommenen Sieg über den Widersacher unserer Seelen errungen hat.
Wir brauchen nicht mehr auf unsere eigenen Leistungen oder Schwachheiten zu schauen – denn das wird uns niemals ermutigen. Wir dürfen auf Christus schauen, der uns Kraft in Fülle schenkt.
Ja, wir müssen uns immer wieder selbst prüfen und unsere Verantwortungen wahrnehmen. Doch zugleich dürfen wir wissen, dass Gott in uns alles wirkt, sowohl das Wollen als auch das Vollbringen. Er ist es, der lebendige und bleibende Frucht in uns wirkt. Er allein.
Eine große Ermutigung war auch die Betrachtung von Römer 8 und der herrlichen Hoffnung, die allen wahren Kindern Gottes verheißen wird: Es gibt für sie keine Verdammnis mehr! Der Herr Selbst hat versprochen, dass Er die Seinen fest machen wird bis ans Ende, sodass sie unverklagbar vor Ihm stehen werden (s. 1.Kor. 1,8).
Durch den Gehorsam des Einen dürfen wir gerechtfertigt sein. Wir werden nicht mehr verurteilt werden, weil Christus an unserer Stelle den Kelch ausgetrunken hat, der bis an den Rand mit dem Zorn Gottes gefüllt war. Er hat unsere Strafe vollständig getragen. Von nun an wartet auf uns nicht mehr der Kelch des Zorns, sondern der überfließende Kelch des Segens, von dem Psalm 23 spricht.
Es ist so erfüllend für die Seele, Gottes heiliges Wort nicht in Form einer menschenzentrierten Moralpredigt, sondern als lebendige und kraftvolle Botschaft des Evangeliums ausgelegt zu bekommen, in der Christus im Zentrum steht.
Durch diese Bibelseminare durfte ich mehr denn je erkennen, dass gerade auf diese Weise die Kraft des Evangeliums sichtbar und erlebbar wird. Es geschehen Veränderungen, die das Herz und die Seele wirklich erreichen, weil sie vom Heiligen Geist gewirkt werden und nicht durch emotionale Überredung oder ausgefeilte menschliche Rhetorik.
Es sind Veränderungen, die nicht wie ein fremdes Gewand von außen »übergestülpt« werden. Es sind Veränderungen, die der Heilige Geist im Inneren der Kinder Gottes hervorbringt. Moralpredigten können vielleicht manches Verhalten bis zu einem gewissen Grad verändern – aber nicht das Herz. Das Evangelium hat nicht in erster Linie eine äußerliche Anpassung zum Ziel. Vielmehr zielt es darauf ab, dass Gott durch Seinen Geist ein neues Herz und eine neue Gesinnung schafft.
Durch diese christuszentrierte und schriftgebundene Verkündigung durfte ich persönlich dahin geführt werden, mich auch in den alltäglichen Dingen des Lebens mehr unter Gottes Herrschaft zu beugen und aus Seiner Fülle zu schöpfen. Mehr auf Seine göttliche Kraft und Gnade zu vertrauen als auf mein eigenes Wollen, Können oder Leisten. Das befreit. Das verändert. Und das ist göttliches Dynamit mit wahrhaft heiligender Sprengkraft!
Dies hat mich zu einer festen Überzeugung geführt: Christuszentrierte, geistgeleitete und treue Auslegung der Heiligen Schrift ist eines der wichtigsten Mittel Gottes, um uns zu einem biblischen Gottesbild, zu geistlichem Wachstum und zur vollkommenen Mannesreife zu führen.
Je tiefer wir im Wort Gottes nach geistlichen Schätzen graben, desto mehr werden wir die Herrlichkeit Christi erkennen und von ihr erfüllt werden. Und je mehr Christus unser Herz erfüllt, desto mehr werden wir Ihn lieben und Ihn durch unser Leben verherrlichen.
Wir sind dem Herrn von Herzen dankbar, dass wir an diesen Bibelseminaren teilnehmen und so reich gesegnet werden durften. Möge der Herr den aufopferungsvollen Dienst der Geschwister weiterhin reichlich segnen und ihren treuen Einsatz reich belohnen – zur Verherrlichung Seines ewigen und herrlichen Namens.


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