Wie wir im ersten Teil gesehen haben ist die Bibel 1. unfehlbar, 2. irrtumslos, 3. vollständig und 4. autoritativ. Infolgedessen können wir festhalten:
5. Die Bibel ist ausreichend
Die Bibel ist für viele Dinge ausreichend.
Erstens ist sie für unser Heil ausreichend. In 2. Timotheus 3,15 sagt Paulus zu Timotheus: »… und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.« Erstens ist die Bibel ausreichend, »dich weise zu machen zur Errettung«. Stell dir die Frage: Was ist wichtiger als die Errettung? Nichts! Sie ist die größte Realität im Universum – und die Bibel offenbart diese Errettung.
Zweitens weist 2. Timotheus 3,16 darauf hin, dass die Bibel auch für unsere Heiligung ausreichend ist: »Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung« – womit gemeint ist: »das Lehren, die Prinzipien der Weisheit, göttliche Normen und Wahrheiten«; »zur Überführung« – was bedeutet, dass du jemanden ansprechen und zu ihm sagen kannst: »Hey, du bist auf dem falschen Weg. Du kannst dich nicht so benehmen; es gibt einen Maßstab, und du hältst dich nicht daran.« Die Bibel ist auch nützlich »zur Zurechtweisung« – was weist die Person, die du gerade überführt hast, darauf hin: »Tu das nicht, tu stattdessen dies. Dies ist der richtige Weg.« Du lehrst, du überführst, du weist den rechten Weg – und darüber hinaus ist die Bibel auch nützlich »zur Erziehung in der Gerechtigkeit«. Jetzt weist du auf den neuen Weg hin und zeigst, wie man diesen geht.
Die Bibel ist ein großartiges Buch. Es kann jemandem, der Gott nicht kennt, der nicht erlöst ist, erretten. Dann wird es ihn lehren, ihn überführen, wenn er Böses tut, ihn auf das hinweisen, was recht ist, und ihm dann zeigen, wie er auf diesem rechten Weg wandeln kann.
Die Folge davon wird in Vers 17 genannt: »… damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.« Die unglaubliche Realität der Bibel ist die, dass sie ausreichend ist, um das alles zu leisten.
Drittens ist die Bibel ausreichend in ihrer Hoffnung. In Römer 15,4 heißt es: »Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, wurde zu unserer Belehrung zuvor geschrieben, damit wir durch das Ausharren und den Trost der Schriften Hoffnung fassen.« Mit dem, was zuvor geschrieben worden ist, waren die Schriften des Alten Testaments gemeint, wir können es heute aber auf die ganze Bibel beziehen. Die Bibel ist die Quelle der Geduld und des Trostes, die uns letztendlich heute und bis in Ewigkeit Hoffnung schenkt.
Und schließlich ist die Bibel auch in ihrem Segen ausreichend. Ich denke hier an den gewaltigen Satz aus Jakobus 1,25: »Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit – das heißt in das Wort Gottes – und darin bleibt, dieser [Mensch], der kein vergesslicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter ist, er wird glückselig sein in seinem Tun.« Wenn du die Bibel liest und danach handelst – dann wirst du gesegnet sein.
Kurz davor, in Jakobus 1,21, sagt Jakobus: »… nehmt mit Sanftmut das [euch] eingepflanzte Wort auf, das die Kraft hat, eure Seelen zu erretten!« Im griechischen Text heißt es wörtlich: »euer Leben zu retten«. Mit anderen Worten: Das Wort Gottes aufzunehmen, wird Ihnen das Leben retten. Ich denke, damit meint er, dass es uns das Leben in der größten vorstellbaren Fülle geben wird.
Doch es ist auch möglich, dass ein Christ, der dem Wort Gottes nicht gehorcht, sein Leben verliert. In 1. Korinther 11 hatten einige Christen in Korinth gegen den rechten Gebrauch der Abendmahlsfeier verstoßen, und Paulus rückte ihnen den Kopf zurecht. In Vers 30 heißt es: »Deshalb sind unter euch viele Schwache und Kranke, und eine beträchtliche Zahl sind entschlafen.« Ananias und Saphira waren Gottes Gebot ungehorsam und fielen vor der versammelten Gemeinde tot um (Apg. 5,1-11). Deswegen sagt Jakobus: »Wenn ihr das eingepflanzte Wort empfangt, ihm gehorcht und darin bleibt, dann kann es euch auf unglaubliche Weise vollkommen machen, segnen und euer Leben retten.« All das gilt für das Wort Gottes.
6. Die Bibel ist wirksam
Bedenken wir die Worte Jesajas aus Jesaja 55,11: »… genauso soll auch Mein Wort sein, das aus Meinem Mund hervorgeht: Es wird nicht leer zu Mir zurückkehren, sondern es wird ausrichten, was Mir gefällt!« Gottes Wort ist wirksam. Zu den unglaublichen Dingen, die man als Lehrer des Wortes Gottes erlebt, gehört, dass dieses tatsächlich ausführt, was es verheißt.
Ich wundere mich oft über den Vertreter, der von Tür zu Tür geht, um sein Produkt zu präsentieren, und dann funktioniert es nicht richtig. Ich erinnere mich da an eine Geschichte von einer Frau, die irgendwo auf dem Land wohnte. Zu ihr kam einmal ein Staubsaugervertreter, der unbedingt seine Verkaufszahlen steigern musste. Er sagte zu ihr: »Ich habe das tollste Gerät, das Sie je gesehen haben! Dieser Staubsauger saugt absolut alles auf. Wenn Sie nicht aufpassen, saugt er Ihnen den ganzen Teppich ein!« Bevor sie ein Wort erwidern konnte, rief er: »Ich zeige Ihnen das mal!«
Sofort ging er zum Kaminfeuer und warf eine Handvoll Asche mitten auf den Teppich. Dazu schüttete er noch einen Sack voller Müll, den er dabei hatte. Dann sagte er: »Schauen Sie nur zu, wie er das alles bis auf den letzten Rest aufsaugt!« Sie stand völlig entgeistert da. Schließlich sagte er noch zu ihr: »Sollte er etwas davon nicht aufsaugen, werde ich selbst einen Löffel nehmen und es aufessen!« Da sah sie ihm direkt in die Augen und sagte: »Na, dann fangen Sie damit gleich mal an, mein Herr. Wir haben hier nämlich keinen Strom.«
Es ist ganz schön hart, wenn dein Produkt nicht oder nur unzureichend funktioniert. Doch das passiert dir mit der Bibel nie – sie ist immer wirksam – und sie tut immer genau das, was sie verheißt. Das ist eine gewaltige, wahre Aussage über die Bibel.
1. Thessalonicher 1,5 ist ein großartiger Vers über die Wirksamkeit der Heiligen Schrift: »… denn unser Evangelium ist nicht nur im Wort zu euch gekommen, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist und in großer Gewissheit.« Mit anderen Worten: Wenn du das Wort Gottes hörst, dann sind das nicht nur bloße Worte. Wenn das Wort hinausgeht, hat es Kraft, denn der Heilige Geist verleiht ihm Kraft, und wir dürfen gewiss sein, dass es tun wird, was es sagt.
Bisher haben wir nun erfahren: Das Wort Gottes ist in seiner Gesamtheit unfehlbar und in seinen Einzelteilen irrtumslos. Es ist vollständig, wir sollen also weder etwas hinzufügen noch etwas davon wegnehmen. Es ist autoritativ, also absolut wahr, und verlangt somit von uns Gehorsam. Es ist ausreichend, sodass es für uns alles tun kann, was wir brauchen, und es ist wirksam – es wird genau das, was es verheißt, auch tun.
Und schließlich als Letztes:
7. Die Bibel ist maßgebend
Denn die Art und Weise, wie du auf das Wort Gottes reagierst, entscheidet über die Essenz deines Lebens und dein ewiges Schicksal. In Johannes 8,47 sagt Jesus: »Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.« Mit anderen Worten: Ob jemand aus Gott ist oder nicht, entscheidet sich daran, ob jemand auf Gottes Wort hört oder nicht. In 1. Korinther 2,9 steht: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben.«
Der Mensch hätte sich Gottes Herrschaft nie selbst ausdenken können. Auch nicht, dass er selbst ein Teil davon ist. Der Mensch hätte sich in seinem Menschsein, in seinen eigenen Denkmustern nie ausdenken können, was Gott alles für ihn bereithält. Doch in den Versen 10-12 heißt es: »Uns aber hat es Gott geoffenbart durch Seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. Denn wer von den Menschen kennt die [Gedanken] des Menschen als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So kennt auch niemand die [Gedanken] Gottes als nur der Geist Gottes. Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, sodass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist.« Und in Vers 14: »Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist.«
Es gibt zwei Arten von Menschen: diejenigen, die die Dinge Gottes annehmen, und diejenigen, die das nicht tun – die Menschen, die sie annehmen können, und diejenigen, die dies nicht können. Die Ungläubigen können sie nicht annehmen, weil sie den Heiligen Geist nicht haben. Doch die Menschen, die Gott kennen, haben den Heiligen Geist und nehmen das Wort Gottes an. Die Bibel ist die oberste entscheidende Instanz. Diejenigen, die das Wort Gottes annehmen, zeigen durch ihr Verständnis des Wortes, dass sie den Heiligen Geist haben – und das beweist, dass sie Gläubige sind.
Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Mann, der permanent behauptete, er verstünde die Bibel nicht. Das konnte er auch gar nicht, weil er das Eine nicht besaß, das zu ihrem Verständnis notwendig ist – dass der Heilige Geist in seiner Seele wohnt.
So werden uns die Schönheit, Herrlichkeit und Fähigkeiten des Wortes Gottes in diesen schlichten Worten präsentiert: es ist unfehlbar, irrtumslos, vollständig, autoritativ, ausreichend, wirksam und maßgebend.
Ein Auszug aus dem Buch:
Wie man die Bibel studiert
»Wie man die Bibel studiert« ist ein motivierender Ratgeber, der beides beantwortet – das »Warum« und das »Wie« des Bibelstudiums. In diesem Werk untersucht John MacArthur verschiedene Bibelstellen im Alten und Neuen Testament. Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung führt er den Leser in praktischen Schritten zu größerem Gewinn im Erforschen der biblischen Wahrheiten.
Jeder Teil wird durch Fragen für einen Rückblick und Gedanken für eine persönliche Reflexion bereichert. Dieses gründliche, aufschlussreiche und prägnante Werk dient als hervorragendes Hilfsmittel für das persönliche oder das gemeinsame Bibelstudium.


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