Anfang Februar hatte ich das Vorrecht, an dem Pastorentreff teilzunehmen, der gemeinsam von der RBG Reichshof und der Friedenskirche Borlinghausen organisiert und durchgeführt wurde. Über 80 Pastoren und Gemeindeleiter aus ganz Deutschland kamen zusammen, um Gemeinschaft zu pflegen, sich gegenseitig zu ermutigen und gemeinsam auf Gottes Wort zu hören. In diesen Tagen durften wir miteinander erleben, was David in Psalm 133,1 beschreibt: »Siehe, wie fein und wie lieblich ist’s, wenn Brüder in Eintracht beisammen sind!«
Diese kurze, aber sehr intensive Zeit war geprägt von brüderlicher Verbundenheit und erbaulicher Gemeinschaft. Ausrichtende und ermahnende Predigten, kraftvoller gemeinsamer Gesang und ernsthaftes Gebet bestimmten die Tage und richteten unsere Herzen auf den Herrn aus. Es war eine prägende und stärkende Zeit, die gewiss bleibende Früchte im Leben vieler Brüder hinterlassen hat. Ohne Zweifel ist der empfangene Segen nicht bei ihnen stehen geblieben, sondern weitergeflossen, hinein in ihre Familien, in ihre Gemeinden und in den Dienst, zu dem Gott sie berufen hat.
In diesem kurzen Bericht möchte ich einen kleinen Einblick in das Pastorentreffen geben und dazu sechs Bereiche hervorheben, die diese gemeinsame Zeit besonders geprägt haben.
Die Ausrichtung
Den Veranstaltern lag es besonders am Herzen, dass die teilnehmenden Pastoren und Gemeindeleiter an diesem Wochenende in Christus zur Ruhe kommen konnten. Gleich zu Beginn begrüßte uns Alex Rempel, Pastor der Friedenskirche Borlinghausen, mit den Worten Jesu: »Kommt her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will Ich euch erquicken!« (Mt. 11,28).
Oft sind es die Leiter, die ihre Herde zu Christus und in Seine Ruhe führen. Doch nur selten haben sie selbst Gelegenheit, ihren Dienst niederzulegen und in Christus zur Ruhe zu kommen. Diese Möglichkeit wurde uns an diesem Wochenende geschenkt.
Die Atmosphäre
Es war eine herzliche Atmosphäre, geprägt von echter Liebe und dienender Hingabe. Die Geschwister aus Borlinghausen und Reichshof lebten das aus, was Christus Seinen Jüngern gesagt hat, als Er ihnen die Füße wusch: »Wenn nun Ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr einander die Füße waschen« (Joh. 13,14). Dieser Dienst an den leitenden Brüdern war alles andere als gering; denn gerade dadurch konnten die Pastoren und Gemeindemitarbeiter wirklich zur Ruhe kommen. Ihnen wurde durch Worte und durch Taten die Liebe Christi erwiesen – ein geistlicher Dienst, der wie Füßewaschen wirkte und die Herzen neu stärkte.
Die Unterweisungen
An diesem Wochenende wurden insgesamt vier Lehreinheiten gehalten. Am Freitagnachmittag ging es im ersten Vortrag darum, in Liebe zu leiten, und im zweiten um die Bedeutung echter Teamarbeit unter Pastoren. Am folgenden Tag ging es nach der Morgenandacht von Niko Derksen um den Umgang mit Kritik, bevor im abschließenden Vortrag gezeigt wurde, wie wir uns im Dienst vor Burnout schützen können.
Alle vier Themen sind essenziell für einen treuen und fruchtbringenden Dienst in der Gemeindeleitung. Gott gebrauchte diese Vorträge, um uns darin zu überführen, wo wir falsch lagen, und zu trösten, wo wir entmutigt waren, uns neu auszurichten, wo wir den Fokus verloren haben, und uns zu stärken, wo die Kraft nachgelassen hatte.
Das gemeinsame Singen
Vor und nach den Vorträgen haben wir als Männer gemeinsam Lieder gesungen, die für dieses Treffen vorbereitet worden waren. Es ist immer etwas Besonderes, wenn Gottes Volk zusammenkommt, um den Herrn im Gesang zu preisen. Doch der kräftige, gemeinsame Gesang von rund 80 Männern war etwas ganz Besonderes.
Nicht umsonst ermahnt uns die Schrift: »Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen, indem ihr in aller Weisheit euch gegenseitig lehrt und ermahnt mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern, Gott singend in euren Herzen in Gnade« (Kol. 3,16; ELB). Durch dieses gemeinsame Singen geschah genau das: Wir haben uns als Brüder gegenseitig belehrt, ermutigt und gestärkt, was dazu beitrug, dass das Wort Christi reichlich in unserer Mitte wohnte.
Das gemeinsame Beten
Ein ganz besonderer Teil dieses Pastorentreffens waren die gemeinsamen Gebetszeiten. Immer wieder wurde nach den Vorträgen Zeit eingeräumt, um gemeinsam zu beten. Was für ein bewegender Anblick war es, als mehr als 80 Brüder auf den Knien lagen, gemeinsam das Angesicht Gottes suchten, demütig um Vergebung baten und mit aufrichtigen Herzen um geistliche Erweckung zu Gott riefen. Man spürte deutlich, dass diese Gebete keine leeren Worte waren, sondern ernsthafte, aufrichtige und inbrünstige Bitten vor dem lebendigen Gott. Selten habe ich eine solche Gebetsgemeinschaft mit so vielen Brüdern erlebt wie an diesem Wochenende.
Die Gemeinschaft
Abschließend sei noch erwähnt, dass die Pausen und die gemeinsamen Mahlzeiten reichlich Gelegenheit boten, sich auszutauschen und Gemeinschaft zu pflegen sowie den Büchertisch mit einer großen Auswahl an geistlicher Literatur zu erkunden. Wir frischten alte Bekanntschaften neu auf, knüpften neue Verbindungen, ermutigten einander, trösteten einander und beteten füreinander. So wurde in diesen Tagen spürbar, wie kostbar die Gemeinschaft im Herrn ist. Ja wahrlich, wie lieblich und schön war es, als wir Brüder in Eintracht beisammen waren.
Fazit:
Obwohl ich mit eher zurückhaltenden Erwartungen zu diesem Pastorentreffen kam, wurde ich in allen Aspekten positiv überrascht. Das Programm war ausgewogen, die Tage gut gestaltet – weder überladen noch zu kurz, sondern so, dass sie Raum für Lehre und geistliche Gemeinschaft ließen. Im Rückblick dürfen wir sagen: Gottes reicher Segen lag sichtbar über diesem ganzen Wochenende. Darum gebührt neben den Gemeinden aus Reichshof und Borlinghausen vor allem unserem großen Gott Selbst aller Dank für diese uns geschenkte Zeit. Möge der Segen, den Er dort über uns ausgegossen hat, weiterfließen – hinein in unsere Familien, in unsere Gemeinden und in unseren Dienst, damit Sein Name dadurch geehrt wird.


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